Laut Wiener Zeitung gehen dem US-amerikanischen Hedgefonds die österreichischen Eigenheiten zunehmend auf die Nerven. Sie wollen keine Zores, sondern Rendite.
Unter den Investmentbankern gehen Gerüchte um, wonach der US-Fonds Cerberus aus der BAWAG aussteigt. Die Deutsche Bank und Goldman Sachs sollen den Auftrag zum Verkauf der Bank erhalten haben.
Dementi
BAWAG-Chef Byron Haynes dementiert. Seinen Angaben zufolge ist weder ein Verkaufsprozess gestartet noch eine Investmentbank engagiert worden. Irgendwann will Cerberus die Bank garantiert abstoßen, schließlich ist man ein Investor, aber derzeit ist das laut Haynes nicht der Fall.
Halbe Milliarde noch offen
Die "Wiener Zeitung" hatte berichtet, dass die BAWAG von Cerberus abgestoßen und gleichzeitig das aushaftende Staatskapital in Höhe von 500 Millionen Euro getilgt werden soll. Solange Staatskapital in der Bank investiert ist, gibt es Beschränkungen bei der Ausschüttung – was wiederum den Verkaufspreis drücken würde.
Möglicherweise wird noch heuer eine zweite Tranche des PS-Kapitals getilgt.
Kohle statt Zores
Der US-Hedgefonds Cerberus hält 52 % an der ehemaligen Gewerkschaftsbank und die US-Investmentgesellschaft Golden Tree seit vorigem Jahr 39 %. Deren Chefs, die beiden New Yorker Finanziers Stephen Feinberg und Steven Tananbaum, haben laut Wiener Zeitung Schwierigkeiten beim Verständnis der österreichischen Usancen haben.
Mehr Immobilien statt Gelddeals
Ein Thema soll der sein. Die Fonds wollten Rendite und keine Zores. Zusätzlich speist eine Geschäftsänderung von Cerberus Verkaufsgerüchte. Der Hedgefonds zieht sich in Europa aus Finanzbeteiligungen zurück und investiert in Immobiliengeschäfte.