In der spanischen Exklave Ceuta ist nach dem dramatischen Massenansturm von Migranten die Lage am Freitagabend wieder unter Kontrolle. Tausende Menschen, die zuvor über die Grenze gekommen oder ins Meer gesprungen waren, haben Ceuta mittlerweile verlassen und sind nach Marokko zurückgekehrt.
Spaniens Außenminister José Manuel Albares informierte auf dem Nachrichtendienst X: 'Praktisch alle, die nach Ceuta gekommen sind, sind bereits nach Marokko zurückgekehrt.' Auch das spanische Innenministerium bestätigte, dass rund 50.000 Migranten seit Donnerstag die Grenze überschritten hätten. Davon seien etwa 48.300 wieder freiwillig in ihre Heimat aufgebrochen.
Wie bild.de berichtet, sprach die Regionalregierung in Ceuta sogar von bis zu 60.000 Migranten – das entspricht etwa 70 Prozent der Einwohner der Stadt. Die Bilanz des Ansturms ist erschütternd: Mindestens 57 Menschen kamen ums Leben, viele ertranken oder wurden bei Massenpaniken verletzt. Die Stadt musste zusätzliche Kühlräume für die Opfer einrichten.
Viele Migranten kehrten nach Marokko zurück, weil sie in Ceuta keine Zukunft für sich sahen. Ein junger Mann berichtete der Nachrichtenagentur AP: 'Ich habe hier keine Möglichkeit gefunden, also muss ich zurück.' In den vergangenen Tagen schliefen zahlreiche Menschen in Parks und auf Gehsteigen.
Mittlerweile kehrt in Ceuta wieder Normalität ein. Lokale Geschäfte und Restaurants haben geöffnet. Dennoch sind große Teile der Stadt weiterhin vermüllt, und die Spuren der Unruhen sind deutlich sichtbar.
Als Reaktion auf die Ereignisse hat Italien das Schengen-Abkommen mit Spanien für einen Monat ausgesetzt – allerdings werden nur Nicht-EU-Bürger kontrolliert, die per Flugzeug oder Schiff einreisen. Spaniens Außenminister Albares betonte, die Integrität des Schengen-Raums sei 'absolut garantiert'.
Auch in Deutschland gibt es politische Reaktionen: Innenminister Alexander Dobrindt verlängerte die Grenzkontrollen, während Vertreter der Linken forderten, Migranten aus Ceuta aufzunehmen. 'Jetzt zählt zuerst, dass niemand mehr stirbt', so Fraktionsvize Clara Bünger.