In weiten Teilen der USA hat sich am Dienstag eine außerordentlich hohe Wahlbeteiligung abgezeichnet. Vor vielen Wahllokalen gab es lange Warteschlangen.
Die US-Wahl wurde neuerlich zu einem Chaos: Vor vielen Wahllokalen gab es lange Warteschlangen. Die Wähler mussten bis zu neun Stunden anstehen. Auch defekte Wahlmaschinen gab es.
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Wahlmaschine defekt. Eine defekte Wahlmaschine gab den falschen Kandidaten an. Wählte man am Touch-Screen Obama, zählte der Computer die Maschine die Stimme für Romney. Ein Video von dieser kurisert im Internet. Ob das Video eine Fälschung ist, oder ob tatsächlich solche defekten Apparate in den Wahllokalen stehen, und so die Präsidentschaftswahl negativ beeinflussen, ist nicht sicher.
Wahlmaschinen manipuliert. In Ohio drohte ein Richter damit, die Wahl in 25 Bezirken wegen manipulierbarer Wahlmaschinen für ungültig zu erklären. Doch unterdessen wurde die Klage abgeschmettert.
Monsterschlangen. Vor den Wahllokalen bildeten sich im ganzen Land lange Schlangen. Die Wähler mussten bis zu drei Stunden vor den Urnen warten. Insgesamt dürfte das Land auf eine Rekord-Wahlbeteiligung zusteuern. Und zwar nicht nur in den von Hurrikan "Sandy" heimgesuchten Gebieten in New York und New Jersey, sondern auch aus mehreren hart umkämpften Swing States werden Monster-Schlangen gemeldet, wo Republikaner und Demokraten gleichermaßen auf einen Sieg hofften.
Anzeigen. In Florida gab es bereits am Wochenende Beschwerden über die Organisation der Abstimmung. Die dortigen Demokraten erstatteten Anzeige, weil zahlreiche Wähler ihre Stimmen nicht vorzeitig abgeben konnten. Ein Wahlbüro in Miami hatte geschlossen, obwohl draußen noch lange Wählerschlangen für das sogenannte early voting standen. Die Wahlautomaten, die im Jahr 2000 für Chaos gesorgt hatten, wurden mittlerweile modernisiert - sind nach Meinung von Experten aber noch immer fehleranfällig.
Anwälte. Republikaner haben Heerscharen von Anwälten mobilisiert, um den Ablauf der Wahl zu überwachen. Die Angst ist groß vor einer Wahlschlacht wie vor zwölf Jahren, als am Ende der Oberste Gerichtshof über den Ausgang entschied und George W. Bush statt Al Gore zum Wahlsieger erklärte. Damals hatten fehlerhafte Wahlautomaten zu einer Neuauszählung der Stimmzettel in Florida geführt. In diesem Jahr könnte vor allem in drei Bundesstaaten eine Hängepartie drohen - Florida ist erneut darunter.
OSZE kritisierte scharf
Der deutsche OSZE-Wahlbeobachter Jürgen Klimke (CDU) hat die Wahlabläufe vor Ort scharf kritisiert. Die Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa seien in ihrer Arbeit eingeschränkt worden, sagte der Bundestagsabgeordnete nach Angaben von "Welt Online". "Wir durften nicht so agieren wie bei Wahlbeobachtungen in anderen Ländern", sagte Klimke.
Der CDU-Politiker beklagte, dass den Wahlbeobachtern die zu besuchenden Wahllokale vorgegeben worden seien. Eine breite Überprüfung sei damit nicht möglich gewesen. Zudem habe er nur eine begrenzte Anzahl an Wahllokalen besuchen dürfen. Kritik übte er auch an den Zuständen in den Wahllokalen. Allein die Frage der Registrierung der Wähler sei oftmals nicht so nachvollziehbar wie es in Deutschland oder anderen Ländern der Fall sei.
Wahlbeobachter dürften zudem in einigen Wahllokalen nicht fotografieren, kein Handy mitführen und die Leute nicht ansprechen. Klimke monierte auch, dass in manchen Wahllokalen Bilder von Präsident Barack Obama hingen. "Das ist indirekte Wahlbeeinflussung", sagte er. Auch die teils langen Warteschlangen vor den Wahllokalen seien "unzumutbar".