Welt

Charlie Hebdo: Das steht in der neuen Ausgabe

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:12

Auf Twitter kursieren bereits Auszüge der neuen "Charlie Hebdo"-Ausgabe, die am Mittwoch rasch vergriffen war. Neben Mohammed kriegen auch der Papst und die verstorbenen Terroristen ihr Fett ab. Alles andere als komisch fand das ein Gericht in der Türkei, es ordnete eine Internet-Sperre für das Titelblatt an.

Auf Twitter kursieren bereits Auszüge der , die am Mittwoch rasch vergriffen war. Neben Mohammed kriegen auch der Papst und die verstorbenen Terroristen ihr Fett ab. Alles andere als komisch fand das ein Gericht in der Türkei, es ordnete eine Internet-Sperre für das Titelblatt an.

In Frankreich erschien am Mittwoch die erste Ausgabe nach den Anschlägen auf die Redaktion von "Charlie Hebdo". Die Exemplare waren an den meisten Stellen rasch ausverkauft. Einige Personen, die eine Exemplar ergattern konnten, veröffentlichten auf Twitter Ausschnitte davon. Neben dem bereits bekannten Titelbild, das eine Karikatur des Propheten Mohammed zeigt, finden sich auch sonst einige gewohnt bissige Kommentare.

Spott für Merkel und Papst

Diese richten sich unter anderem gegen den französischen Präsidenten François Hollande oder die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Letztere versucht sich im Comic in Französisch: "Ich bin nein porter de culotte" (Übersetzt: Ich tragen nein Unterhose). Auch der Papst wird auf dieSchaufel genommen.

Türkei verfügt Internet-Sperre

Ein Gericht in der Türkei hat indes die Sperrung von Internetseiten angeordnet, die das Titelbild der neuen Ausgabe. Dies berichtete am Mittwoch die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi.

"Wo sind nun die 70 Jungfrauen?"

Mohammed-Karikaturen finden sich im Heft keine mehr. Dafür werden die Terroristen verarscht. im Himmel fragen nach Jungfrauen, die sie von Gott als Belohnung für ihren Terrorangriff erwarten: "Wo sind nun die 70 Jungfrauen?"  Die seien alle beim Team von Charlie, wird ihnen aus einer Wolke zugerufen, in der eine wilde Party läuft.

Und in einer anderen Zeichnung wird darauf angespielt, dass einer der Attentäter bei einem Müllbetrieb arbeitete. In der Karikatur steht der Müllmann ratlos vor zwei Abfalltonnen, von denen eine die Aufschrift "Gut" und die andere die Aufschrift "Böse" trägt. "Das ist zu kompliziert", steht in einer Denkblase.

Auch ältere Zeichnungen von getöteten Kollegen sind in der neuen Ausgabe enthalten. Diese werden in einer eigenen Stelle geehrt.

Ansturm auf erste "Charlie"-Ausgabe nach Attentat

Auf die Verkaufsstellen des französischen Satiremagazins hat es Mittwoch früh einen riesigen Ansturm gegeben. An etlichen Pariser Zeitungsständen war die erste Ausgabe des Blattes seit dem Attentat auf die Redaktion innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Viele Stammkunden hätten sich schon im Vorfeld Exemplare reserviert, berichteten Verkäufer.
In der jüngsten Ausgabe des Magazins machen sich die noch lebenden Macher von "Charlie Hebdo" unter anderem über die islamistischen Terroristen lustig, die am vergangenen Mittwoch bei einem Angriff auf die Reaktion zwölf Menschen erschossen hatten. In Karikaturen werden sie als geistig minderbemittelte Idioten der Lächerlichkeit preisgegeben.

Muslime weltweit verurteilen neue Mohammed-Karikatur

Muslime in aller Welt haben die neuen Mohammed-Karikaturen der Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" verurteilt. Die jihadistische Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) bezeichnete die Zeichnungen am Mittwoch als "extrem dumm". Kritik kam auch von muslimischen Religionsgelehrten aus Ägypten sowie aus dem Iran und den Philippinen

Der Iran hat das Titelbild der neuen "Charlie Hebdo"-Ausgabe mit der Karikatur des weinenden Propheten Mohammed verurteilt. "Das ist eine provokative Geste und für Muslime verletzend", sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham am Mittwoch in Teheran. Sie sprach von einem Missbrauch der Pressefreiheit, der für Muslime inakzeptabel sei.

Respekt für religiöse Heiligkeiten sei ein weltweit anerkanntes Prinzip, das auch europäische Staatsmänner akzeptieren sollten, so die Sprecherin. Das Titelbild der französischen Satirezeitschrift, die in der Vorwoche Ziel eines islamistischen Anschlags mit zwölf Toten wurde, zeigt eine Mohammed-Zeichnung. Über ihr steht in großen Buchstaben "Tout est pardonné" (Alles ist vergeben). Teheran hat zwar den Terroranschlag auf das islamkritische Satiremagazin verurteilt, genauso aber auch die Karikaturen vom islamischen Propheten.

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