Wer ChatGPT, Claude, Gemini oder andere beliebte KI-Chatbots nutzt, sollte aufhorchen: Die vermeintlich vertraulichen Gespräche mit der Künstlichen Intelligenz sind weit weniger privat als gedacht. Eine neue Studie des spanischen IMDEA Networks Institute zeigt nun alarmierende Ergebnisse.
Alle neun untersuchten Chatbot-Anbieter geben Nutzerdaten an Dritte weiter. Besonders kritisch: Fünf der neun Anbieter teilen sogar Permalinks zu den Konversationen mit Datentrackern. Da oft keine Zugangsbeschränkungen bestehen, könnten Dritte theoretisch komplette Unterhaltungen einsehen.
Wie CHIP berichtet, geben drei von neun Anbietern sogar automatisch generierte Chat-Zusammenfassungen an Werbepartner weiter - teils mit sensiblen Inhalten wie Gesundheits- oder Gehaltsfragen.
Die Forscher identifizierten insgesamt 44 Tracking- und Werbe-Drittanbieter. Google-Dienste sind bei allen KI-Anbietern am weitesten verbreitet, gefolgt von Meta, TikTok, Apple und X.
Wer hofft, sich durch Cookie-Ablehnung zu schützen, wird enttäuscht: Selbst dann bleiben 80,8 Prozent der Drittanbieter-Tracker aktiv. Auch kostenpflichtige Premium-Abos machen kaum einen Unterschied beim Tracking.
Problematisch ist auch, dass Nutzer über dauerhafte Kennungen eindeutig identifiziert werden können - selbst im Inkognito-Modus. Diese IDs heben die Anonymität faktisch auf und ermöglichen ein plattformübergreifendes Tracking.