Ein besonders drastischer Fall von sexueller Belästigung hat die Arbeiterkammer Oberösterreich beschäftigt: Eine Büroangestellte wurde von ihrem Chef nach Dienstschluss massiv bedrängt und mehrfach unsittlich berührt. Sie konnte sich von dem Mann losreißen und musste regelrecht aus dem Gebäude flüchten.
Die Frau ist seither schwer traumatisiert. Die AK erwirkte für sie eine Schadenersatzzahlung von 3000 Euro. Der Vorfall ereignete sich in einer Innviertler Firma nach einer dienstlichen Veranstaltung. Gegen halb zwölf Uhr nachts wollte die 24-jährige Bürokraft nach Hause gehen, als der Geschäftsführer ihr auftrug, die Lichter auszumachen und das Gebäude abzuschließen.
Dabei folgte er ihr und fiel plötzlich über sie her. Er küsste sie gegen ihren Willen, zog ihr das T-Shirt hoch und berührte sie unsittlich. Die junge Frau wehrte sich verzweifelt und bat ihren Chef eindringlich, damit aufzuhören. Er ignorierte dies. Nach einem neuerlichen Angriff konnte sie sich schließlich losreißen und aus dem Gebäude laufen, wo sie erbrechen musste.
Zahlung, aber keine Entschuldigung
Die Frau brauchte nach diesem traumatischen Ereignis psychologische und medizinische Betreuung und war arbeitsunfähig. Sie wandte sich um Hilfe an das Frauenbüro der Arbeiterkammer Oberösterreich. Die AK übernahm die Vertretung und forderte die Firma auf, 3000 Euro Schadenersatz aufgrund massiver sexueller Belästigung des Geschäftsführers zu bezahlen. Die Firma zahlte kommentarlos. Eine Entschuldigung blieb bis heute aus.