Chefs dürfen Corona-Impfungen verlangen

Mitarbeiter in einem Großraumbüro (Symbolbild)
Mitarbeiter in einem Großraumbüro (Symbolbild)Getty Images
Wie Arbeitsrecht-Experten erklären, dürfen Arbeitgeber eine Impfung fürs Büro anordnen.

Die großen US-Unternehmen Google und Facebook führen eine Impflicht fürs Büro ein. Das bedeutet, dass alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den USA sich vor der Rückkehr aus dem Home Office impfen lassen müssen, teilte das Unternehmen mit.

Google will Impfpflicht auch auf andere Regionen ausweiten

"Wir werden diese Regelung in den kommenden Wochen in den Vereinigten Staaten einführen und in den kommenden Monaten auf andere Regionen ausweiten", erklärte Google-Firmenchef Sundar Pichai. Ausnahmen gebe es nur aus medizinischen oder religiösen Gründen.

Auch Facebook werde "verlangen, dass jeder geimpft wird, der einen unserer Standorte in den USA besucht", sagte Vizepräsidentin Lori Goler der Nachrichtenagentur AFP. Das Unternehmen plant, seine Büros im September mit einer Kapazität von 50 Prozent wiederzueröffnen.

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Auch in Österreich wird eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen diskutiert. Diese könnte etwa für Angestellte im Gesundheitswesen, im Pflege- oder auch im Bildungsbereich gelten. Doch wie sieht es mit einzelnen Unternehmen aus?

Firmen dürfen Impfnachweise verlangen

Wie Arbeitsrechtler Stefan Zischka im "Standard" betont, können Betriebe in Österreich eine Impfpflicht für ihre Belegschaften fordern, wenn Impfstoff verfügbar ist und keine individuellen gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen. Der Experte verweist dabei auf die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, wirtschaftliche Interessen und die sogenannte deliktische Haftung der Mitarbeiter untereinander. "Auch die Mitarbeiter stehen miteinander in einem Rechtsverhältnis." Steckt ein Impfverweigerer Kollegen an, dann könne das gravierende rechtliche Folgen haben.

Wenn Mitarbeiter Tests oder Impfungen verweigern, kann die Kündigung drohen. Auch bei Vorstellungsgesprächen könnte die Corona-Impfung ein Thema sein. Firmen können Impfverweigerern sowohl die Anstellung verwehren als auch sie im schlimmsten Fall fristlos kündigen. 

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