Chemie-Maturant betrieb Labor für Todesdroge

Die Polizei hat im Bezirk Perg ein "beinahe einzigartiges Labor" für die Designerdroge Crystal Meth ausgehoben.

Die Polizei hat im Bezirk Perg ein "beinahe einzigartiges Labor" für die Designerdroge Crystal Meth ausgehoben.

Ein 28-Jähriger hat in Perg seit Ende 2008 in seiner Wohnung mehr als ein Kilo der Todesdroge Crystal Meth hergestellt. Gemeinsam mit seiner 27-jährigen Lebensgefährtin und einem gleichaltrigen Komplizen veräußerte der Haupttäter den Großteil im Bezirk Perg und in Linz. Im Regelfall hat die Droge einen Schwarzmarktpreis von rund 100 Euro pro Gramm. Das Team schickte Abhängige in benachbarte Länder, um die Grundsubstanzen für die Gewinnung der Droge billig einzukaufen.

Das Labor betrieb der Mann, der selbst drogensüchtig war, in seiner eigenen Wohnung. "Allerdings darf man sich das nicht vorstellen wie ein klinisches Labor. Seine Wohnung sah aus wie ein Müllhaufen. Dazwischen hatte er seine Behältnisse gehabt, in denen er die Substanzen mischte, erhitzte und abfüllte", so Mario Mayrhofer von der Polizeiinspektion St. Georgen. Die Polizei hat Aufnahmen vom Hobby-Chemiker, wie er gerade einen Drogen-Cocktail mixt (s. Foto). Wegen der hochgefährlichen Substanzen ist der Mann mit hochsicherer Kleidung geschützt: Plastikhandschuhe, Plastik-Anzug, Gasmaske.

In Österreich gilt dieses Labor bei der Polizei als "einzigartig". "Bisher war die Droge aus der Slowakei zu uns importiert worden", weiß Mayrhofer.

Der arbeitslose Mann kannte sich gut mit chemischen Vorgängen aus: Laut Polizei hat er eine Schwerpunktschule  mit Chemie-Matura besucht.

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