Steiermark

Chemikalien-Fan (52) misshandelte seine Frau und Kinder

Ein 52-Jähriger soll in Bad Gams seine Familie über Jahre bedroht und misshandelt haben. In seiner Wohnung fand die Polizei gefährliche Substanzen.
André Wilding
07.04.2022, 11:11

Die 39-jährige Gattin des Verdächtigen verständigte gegen Mittwochmittag die Polizei, da sie sich angesichts der bevorstehenden Trennung von ihrem Ehemann vor diesem fürchte. Sie und ihre beiden minderjährigen Kinder seien bereits seit Jahren von ihrem Mann bedroht und misshandelt worden. Außerdem gab sie an, dass der Verdächtige zahllose chemische Substanzen in einem Extraraum gesammelt habe.

Gefährliche Substanzen entdeckt

Bei einer freiwilligen Nachschau in den Wohnräumlichkeiten des 52-Jährigen fanden Beamte der örtlich zuständigen Polizeiinspektion sowie der Schnellen Interventionsgruppe (SIG) in diesem Extraraum tatsächlich Unmengen von teils über 30 Jahre alten chemischen Substanzen. Aufgrund dieser Tatsache wurden sprengstoffsach- und gefahrenstoffkundige Organe (SKO und GKO) der Polizei der Amtshandlung zugezogen.

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Unter anderem fanden die Experten auch geringe Mengen eines radioaktiven Stoffes, der als Radium 226 identifiziert werden konnte. Dieser Stoff wurde von Mitarbeitern des NES (Nuclear Engineering Seibersdorf GmbH) gesichert und abtransportiert. Des Weiteren gab der Verdächtige auch an, im Besitz von hochexplosiver Pikrinsäure zu sein. Auch hier wurden geringe Mengen sichergestellt, die von einem Entsorgungsunternehmen abtransportiert wurden.

Die restlichen Chemikalien wurden ebenfalls von dem Entsorgungsunternehmen gesichert und abtransportiert. Diesbezüglich stehen noch weitere Analysen aus.

An chemischen Experimenten interessiert

Bei seiner Einvernahme bestritt der Verdächtige die Vorwürfe betreffend Bedrohung und Misshandlung gegen seine Familie, gab jedoch an, seit seiner Kindheit an chemischen Experimenten interessiert gewesen zu sein. Über die Herkunft der gefährlichen Stoffe wollte er keine Angaben machen.

Der 52-Jährige wurde über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz festgenommen und wird in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert.