Mörderpuppe Chucky wird zum digitalen Poltergeist

Das Remake von "Child's Play" bietet Horror mit Hirn und hohem Unterhaltungswert.

So populär wie Michael Myers, Freddie Krueger oder Jason Vorhees war Chucky nie. Seinen Platz im Pantheon der Kino-Slasher verdankt er vor allem den nostalgisch verklärten Kindheitserinnerungen der Generation VHS. "Child's Play" (1988) war einer dieser verbotenen Filme, die man sich hinter vorgehaltener Hand ansah, wenn die Eltern länger außer Haus blieben, als gedacht.

Die Grundidee war schon damals schon alt (was Geborgenheit verspricht bringt Tod und Zerstörung), die Umsetzung zielte auf billigen Grusel ab. Per Voodoo-Ritual vom Geist eines Serienkillers beseelt, verwandelte sich die Puppe Chucky vom harmlosen Spielzeug zum messerschwingenden Mörder.

Horror mit Hirn (Doppeldeutigkeit erwünscht!)

Im Remake präsentiert sich "Child's Play" hingegen ausgefeilt und gesellschaftskritisch. Chucky ist nicht per se böse, sondern wird als KI ohne Hemmschwellen und Sicherheitsprotokolle programmiert. Ihren Blutdurst schaut sich die Puppe von den Kindern in ihrer Umgebung ab, die über Splatterfilme lachen und Plüschtiere massakrieren. Mit seiner Fähigkeit, das Internet der Dinge zu kontrollieren, macht Chucky Apps, Thermostate und Kreissägen zu Mordwerkzeugen.

Die Newcomer Lars Klevberg (Regie) und Tyler Burton Smith (Drehbuch) impfen "Child's Play" zudem perfiden Humor ein. Fast alle Jump Scares im Film (banale Schreckmomente durch abrupte Schnittfolgen) geben die Kids selbst bei der Puppe in Auftrag, um unliebsame Erwachsene zu erschrecken. Ein als Geschenk verpacktes menschliches Gesicht macht aus Versehen in der Nachbarschaft die Runde.

Der Trailer von "Child's Play":

Best Friends

Der Plot des Remakes ist schnell erklärt: Teenager Andy (Gabriel Bateman) ist mit seiner alleinerziehenden Mutter Karen (Aubrey Plaza) in eine neue Stadt gezogen. Um den einsamen Burschen aufzuheitern, schenkt Karen ihm eine hochmoderne "Buddi"-Puppe. Das Spielzeug ersetzt tatsächlich Andys fehlende Freunde, entwickelt jedoch ein grausiges Eigenleben.

"Child's Play" beweist auch auf der Handlungsebene Mut zum Umdenken. Weder Andys abwesender Vater, noch seine Hörbehinderung werden in den Hauptstrang der Story gezwängt. Sie bleiben leise Details am Rande und sind dort bestens aufgehoben. Besser wurde ein Horrorklassiker selten für ein modernes Publikum entstaubt.

Fazit:

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"Child's Play startet am 18. Juli in den österreichischen Kinos. Wer sich für die amerikanische Originalfassung des Films entscheidet, bekommt Mark Hamill als Chucky zu hören.

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