"Children of Silentown" im Test – düstere Game-Perle

"Children of Silentown" im Test – eine düstere Game-Perle, die Adventure-Fans Anfang 2023 nicht verpassen sollten.
"Children of Silentown" im Test – eine düstere Game-Perle, die Adventure-Fans Anfang 2023 nicht verpassen sollten.Daedalic Entertainment
Zum Jahreswechsel gibt es noch einmal eine Game-Perle! "Children of Silentown" ist ein klassisches Point&Click-Adventure mit einem düsteren Touch.

Eigentlich erscheint "Children of Silentown" der Entwickler Elf Games sowie Luna2 Studio und Publisher Daedalic Entertainment erst am 11. Jänner 2023 auf PC, PlayStation, Xbox und Nintendo Switch, wird durften aber schon vorab hineinschnuppern und das Game durchzocken. Und es zeigt sich als echter Spielehit für den Auftakt des neuen Jahres. Im Game, das sich als klassisches Point&Click-Adventure à la "Monkey Island" spielt, schlüpfen wir in die Rolle des Mädchens Lucy, das eigentlich gut behütet in einem kleinen Dorf aufwächst, das von dichten Wäldern umgeben wird.

Idyllisch bleibt es in "Children of Silentown" aber nicht lange, denn schnell bekommt der Titel einen äußerst düsteren Touch. So sollen die Kinder des Dorfes bei Einbruch der Dunkelheit nicht mehr auf den Straßen spielen und das Betreten des umliegenden Waldes ist sowieso tabu. Außerdem wird Lucy in den Nächsten von schrecklichen Albträumen geplagt und von einem grauenhaften Knurren außerhalb des Hauses eingeschüchtert. Da kommt es aber, wie es kommen musste: Eine schreckliche Tragödie zwingt uns dazu, die verbotenen Wälder zu betreten und die Geheimnisse der Dunkelheit zu lüften.

Dichte und spannende Atmosphäre des Schreckens

Wer sich selbst einen Eindruck vom Spiel verschaffen will, findet übrigens eine kostenlose Demo-Version auf Steam, die den gesamten Prolog umfasst. Was das Game bereits darin gut kann: Es wird eine unfassbar dichte und spannende Atmosphäre des Schreckens aufgebaut. Wenn die Dorfbewohner über verschwundene Kinder und angeblich lange vergessene Schrecken munkeln und es im verbotenen Wald raschelt und knistert, läuft dem Spieler trotz liebevoll handgezeichneter Figuren und Umgebungen ein Schauer nach dem anderen über den Rücken. Verstärkt wird das durch die perfekt getroffene Soundkulisse.

Gespielt wird fast vollkommen Adventure-typisch: In den Szenerien, die teils an Meisterwerke wie "A Nightmare Before Christmas" erinnern, klickt man sich durch auffällige Objekte und Rätsel, um voranzukommen. Simple Tutorials erinnern dabei an die wichtigsten Möglichkeiten, das Meiste betreffend der Steuerung ist aber sowieso selbsterklärend. Besonders zeigt sich allerdings die "Sprache" des Spiels, denn die Charaktere kommunizieren mithilfe von eingeblendeten Dialog-Blasen. Einige Mini-Games und Gespräche nutzen zudem den Rhythmus des Soundtracks, was im Adventure positiv auffällt.

Düster, aber gewaltfrei und ohne Frustrationen

Die Musik wurde gar so sehr ins Game eingebunden, dass sie, je nachdem wie gut man sie erlernt und im Gameplay nutzt, auch verschiedene Enden freischaltet. Das erhöht den Wiederspielwert immens. Obwohl die Geschichte und der Grafikstil des Games ganz schön düster ausgefallen sind, eignet sich das Spiel auch problemlos für Jugendliche und jüngere Spieler. Im Verlauf des Spiels bleibt es nämlich gewaltfrei, die Handlung ergibt nach ein paar Gruselmomenten auch einen tieferen, gefühlvollen Sinn und Jumpscares gibt es nicht. Ohne zu viel zu verraten: Trennung und Verlust sind dominierende Themen.

Auch die Rätsel sind nicht – wie bei vielen Point&Click-Adventures leider üblich – an den Haaren herbeigezogen, sondern zeigen sich nachvollziehbar und logisch. Frustrierendes Herumkombinieren von Objekten gibt es da zum Glück nicht. Auch technisch läuft da alles super, Bugs kamen im Test ebenso wenig vor wie Grafikfehler oder andere Probleme. Schade ist nur, dass das Spiel in relativ kurzer Zeit auch schon wieder vorbei ist, nach zügigen rund drei Spielstunden ist man bereits am Ende angelangt. Die erwähnten verschiedenen Spiel-Enden sorgen aber dafür, dass man länger dabei bleibt.

"Children of Silentown" im Test – düstere Game-Perle

Aufgaben in "Children of Silentown" werden in Gesprächen mit anderen Dorfkindern und Tieren freigeschaltet, durch die Texte darf man sich dabei im eigens gewählten Tempo lesen, eine tolle Komfortfunktion – da fehlt uns auch eine Sprachausgabe überhaupt nicht. Besonders beeindruckt ließ uns der einzigartige Grafikstil zurück. Die Charaktere mit ihren großen, weißen Augen gruseln anfangs, wachsen dem Spieler aber nach kurzer Zeit schnell ans Herz und die Gesichter lassen staunen, denn trotz sehr simplen Grafikstil zeigen sie schöne Mimik und Emotionen. Adventure-Fans werden sich sofort wohlfühlen.

Machen Spiele-Perlen kommen so unverhofft und ohne großes Trara um die Ecke. "Children of Silentown" ist eine davon. Das Gameplay ist simpel und klassisch im Point&Click-Stil, die handgezeichnete Grafik überzeugt mit ihrem einzigartigen und düsteren Stil, die Handlung zeigt soviel Spannung wie Tiefgang und die Musikuntermalung ist hervorragend. Nicht nur Adventure-Fans sollten zumindest die kostenlose Demo-Version anspielen, denn trotz der Kürze ist "Children of Silentown" mehr als nur ein Zeitvertreib bis zum nächsten AAA-Game. Der Indie-Titel hat sich eine Adventure-Auszeichnung verdient.

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