China drohen USA: "Handelskrieg eröffnet"

Ein Containerschiff im Hafen von Savannah, US-Bundesstaat Georgia
Ein Containerschiff im Hafen von Savannah, US-Bundesstaat GeorgiaBild: picturedesk.com

Am Freitag sind US-Strafzölle auf chinesische Waren in Kraft getreten – die Regierung in China kündigte einen "notwendigen Gegenangriff" an.

Seit 6 Uhr in der Früh mitteleuropäischer Zeit heben die USA 25 Prozent Strafzoll auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden US-Dollar (29 Mrd. Euro) ein. Konkret betroffen sind davon 818 Produkte, in erster Linie aus den Branchen Autos, Luftfahrt und Computer. Nur Stunden später reagierte China und erklärte, ebenfalls Zölle auf US-Waren verhängt zu haben.

"Die chinesischen Maßnahmen sind mit sofortiger Wirkung in Kraft", erklärte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Allerdings nannte er weder konkrete Produkte noch die Höhe der Zölle. Das Handelsministerium sagte, die USA hätten "den größten Handelskrieg in der Wirtschaftsgeschichte" eingeläutet.

Und: US-Präsident Donald Trump gab sich bereits im Vorfeld wenig beeindruckt vor einem chinesischen Gegenschlag. Am Donnerstag hatte er erklärt, man werde in so einem Fall einfach weitere Strafzölle einheben: "Und dann haben wir weitere 16 (Milliarden Strafzölle) in zwei Wochen. Und dann sind wir, wie bekannt ist, auf weitere 200 Milliarden eingestellt, und nach den 200 Milliarden sind wir auf 300 Milliarden eingestellt."

Auch Handelskrieg mit der EU

Insgesamt hatte China im Vorjahr Waren im Wert von rund 500 Milliarden US-Dollar in die USA exportiert. Insgesamt haben die USA ein jährliches Handelsdefizit von mehr 800 Milliarden Euro, es wird also um diesen Betrag mehr importiert als exportiert. Trump möchte dies ändern und hat deshalb bereits Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der EU erlassen; die EU hat ihrerseits US-Waren mit Strafzöllen belegt.

Mehrere EU-Länder haben deswegen Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) gegen die USA eingereicht. Auch zahlreiche US-Unternehmen sind über Trumps Maßnahmen nicht glücklich. Jetzt bezeichnete etwa der Vorsitzende der US-Handelskammer in China, William Zarit, die Strafzölle als "kontraproduktiv": "Es gibt keine Gewinner in einem Handelskrieg." (red)

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