Neue Geldquelle für Pornojäger: Die chinesischen Behörden zahlen Internet-Nutzern bis zu 1000 Euro, wenn sie Seiten mit pornographischem Inhalt aufspüren. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die neue Aktion ist Teil einer landesweiten Kampagne gegen die Darstellung von Gewalt und Pornographie im Internet.
Das "Zentrum für illegale Internet-Aktivitäten" richtete am Freitag eine Telefonhotline ein, bei der Chinesen Websites mit sexuellem Inhalt melden können. Wer als erster auf eine derartige Seite hinweist, erhält eine Prämie zwischen cirka 100 und 1000 Euro. In den ersten 24 Stunden trafen bereits über 500 Anrufe ein, 13.000 Hinweise wurden online abgegeben.
Seit Anfang des Jahres läuft in China bereits eine großangelegte Kampagne gegen Internet-Seiten, deren Inhalte die "körperliche und geistige Gesundheit der Jugend" gefährden. Im Zuge dessen gerieten auch die Suchmaschinen Google und Baidu ins Schussfeld der chinesischen Behörden: Beide Anbieter hätten es nicht geschafft, Links zu Seiten mit pornografischen Inhalten aus ihrem Angebot zu entfernen.
Filtersoftware bereits im Einsatz
Die chinesische Regierung schreibt gesetzlich vor, dass auf allen öffentlichen Computern die Filtersoftware "Green Dam Youth Escort" installiert sein muss. Offiziell soll sie die Bürger vor gefährlichen Inhalten wie Gewaltdarstellungen und Pornographie schützen, doch die Software kann ebenfalls leicht zur politischen Zensur verwendet werden.