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China gibt Existenz von Hacker-Einheit zu

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:50

Sie firmiert unter dem Namen "Blaue Armee" und sorgt im Westen für Unruhe: China hat erstmals zugegeben, über eine Einheit von Elite-Hackern zu verfügen. Offizieller Zweck der Truppe ist der Schutz von Einrichtungen der Volksarmee vor Cyber-Attacken - sie könnte aber auch hinter einer Reihe von Angriffen auf Ziele im Westen stecken.

Die Verwunderung in der Fachwelt ist groß. Die "Blaue Armee" wurde nicht investigativ enthüllt, sondern vielmehr von offizieller Seite. Geng Yansheng, Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, habe die Existenz der Eliteeinheit auf einer Informationsveranstaltung gegenüber der englische Zeitung Times bestätigt, schreibt Spiegel Online.

Defensive Ausrichtung
Die Truppe soll 30 Mann stark sein. Ihr Zweck: Die Sicherheit der chinesischen Volksarmee zu verbessern. So weit die offiziellen Informationen des Ministeriumssprechers.

"Das Internet hat keine Grenzen, also können wir auch nicht sagen, wer unser Feind ist und wer uns angreifen wird. Die Blaue Armee ist auf Selbstverteidigung ausgerichtet. Wir werden damit niemanden angreifen", zitiert Spiegel Online den Militärforscher Xu Guangyu.

Hacker-Attacken gegen US-Ministerien
Im Westen zweifelt man an der defensiven Ausrichtung der Cyber-Soldaten. Im Jahr 2008 wurden mehrere US-Ministerien, Unternehmen und Internetprovider von Hackern angegriffen. Die Spur konnte ins Reich der Mitte zurückverfolgt werden. Der Beweis, dass die Attacken staatlich koordiniert waren, konnte aber nie erbracht werden.

Schattennetzwerke
Spiegel Online führt eine lange Liste an Cyber-Attacken, die von China gestartet wurden. 2007 etwa auf das deutsche Kanzleramt, ein Jahr später auf das Weiße Haus, im Vorjahr auf Google. Zudem flog 2010 ein chinesisches Schattennetzwerk auf, von dem aus Indiens Regierung und das Büro des Dalai Lamas ausspioniert worden sein sollen.

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