Eileen Gu zählt bei den Olympischen Winterspielen zu den Topstars. Die Freeskierin, die auch als Model arbeitet, eroberte im Big-Air-Bewerb Gold. Allerdings freuten sich nicht alle mit der 18-Jährigen, denn die Wahl ihres Reisepasses sorgt mancherorts für Stirnrunzeln.
Gu wuchs in Kalifornien auf, startete bis 2019 für die USA. Doch dann entschied sie sich, für China, das Heimatland ihrer Mutter, auf Medaillenjagd zu gehen, wechselte den Verband. "Wenn ich in China bin, bin ich Chinesin, wenn ich in den USA bin, bin ich Amerikanerin", antwortet sie auf die Frage nach ihrer Nationalität.
Fakt ist: Das chinesische Gesetz kennt Gu nicht im Detail. Bestimmte Internet-Seiten sind im "Reich der Mitte" bekanntlich gesperrt, unter anderem Facebook und Instagram.
Umgehen lässt sich die Zensur mit einem kleinen technischen Trick, nämlich einem "Virtual Private Network" (VPN). Blockierte Seiten können dann trotzdem angezeigt werden. In China ist die Benutzung von VPNs allerdings illegal, der Handel mit der Software wurde in der Vergangenheit schon mit Gefängnisstrafen geahndet.
Gu wusste davon offenbar nichts. Auf Instagram schrieb ihr eine Userin: "Warum kannst du Instagram benutzen, während Millionen Chinesen es nicht nutzen dürfen? Warum bekommst du bevorzugte Behandlung als chinesische Staatsbürgerin? Das ist nicht fair! Kannst du für die Millionen von Chinesen kämpfen, die keine Internet-Freiheit haben?" Die Olympiasiegerin antwortete: "Jeder kann einen VPN runterladen. Den gibt es praktisch für umsonst im App Store." Ein echtes Fettnäpfchen. Gu verleitete ihre Fans unwissentlich zu einer Straftat.
Die Konversation wurde nach wenigen Minuten wieder gelöscht. Doch das Internet vergisst bekanntlich nie...