Chinas totgeglaubter Ex-Präsident Jiang Zemin lebt

Seit längerem kursierten Gerüchte, der Ex-Regierungschef Jiang Zemin sei vor Monaten gestorben. Nun zeigte sich der 91-Jährige beim Parteikongress.

Nach seinem Abtritt als Präsident zog sich der ehemalige Regierungschef Chinas, Jiang Zemin, weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Seit längerem kursierten nun Gerüchte, dass er bereits vor Monaten verstorben sein soll.

Beim 19. Kongress der Kommunistischen Partei Chinas zeigte sich der 91-Jährige nun aber wieder überraschend und quicklebendig in der Öffentlichkeit. Während der dreistündigen Veranstaltung saß er zur Linken des amtierenden Präsidenten Xi Jinping.

"Der Frosch" studierte Rede mit Lupe

Aus der Masse der Parteifunktionäre stach der rüstige 91-Jährige immer wieder heraus, nicht nur weil sich mehrere Funktionäre jede Sekunde um ihn kümmerten. Xi Jinpings Rede vor der Partei studierte Jiang Zemin – der im Volk wegen seiner großen Brillen den Spitznamen "der Frosch" trägt – mit einem Vergrößerungsglas.

Ironische Kommentare

Zwischendurch blickte der 91-Jährige immer wieder auf die Uhr oder schien leicht vor sich hinzudösen. Zahlreiche Nutzer auf den chinesischen sozialen Medien kommentierten den überraschenden Auftritt des Ex-Präsidenten mit allerlei Schmäh.

Die Einträge wurden jedoch recht bald von der chinesischen Internet-Zensur wieder gelöscht.

Vom Fabrikarbeiter zum Präsident

Jiang, ein ehemaliger Fabrikarbeiter, kam nach der Niederschlagung der Tiananmen-Proteste von 1989 in China an die Macht. Er führte das Land einerseits zu rapidem wirtschaftlichem Aufschwung, das führte jedoch auch zu massiver Ungleichheit in der Gesellschaft, mit deren Folgen China bis heute zu kämpfen hat.

(red)

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