Chorherr: "Nicht als Politiker in Pension gehen"

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Fast drei Jahrzehnte lange gestaltete der Grüne Gemeinderat Christoph Chorherr die Geschicke Wiens mit. Doch nun soll Schluss sein, denn eine Karriere als Bäcker ruft.

In einem Video auf seiner Webseite sowie via Twitter kündigt Christoph Chorherr (57) seinen Rückzug aus der Politik an. "Letzte Woche hat Maria Vassilakou bekannt gegeben, dass sie ihr Mandat zurücklegen wird und auch ich habe schon lange darüber nachgedacht. Daher möchte ich nun bekannt geben, dass ich plane mit Ende des Jahres meine lange Zeit als Berufspolitiker zu beenden", betonte Chorherr.

Für die Wiener Grünen beginne nun eine neue Phase, "als ich 1986, als die Grünen erstmals in den Nationalrat eingezogen sind, meine politische Karriere begonnen habe, war Peter Kraus noch nicht einmal geboren", so Chorherr.

"Zeit für eine neue Phase" - neues Leben als Bäcker

Nach 27 Jahren als Mitglied des Wiener Gemeinderats sei nun eine "wesentliche Phase zu Ende" gegangen und er wolle nicht als Politiker in Pension gehen, betonte Chorherr.

Auch für seine Zeit nach dem Politikeralltag hat Chorherr bereits Pläne. Im Video verrät er mit einem Lächeln: "Ich werde Bäcker!". Gemeinsam mit seinem Freund Heli Gragger will er eine Holzofenbäckerei gründen, wo es "neben tollem, ökologischen Brot auch eine ökonomische Basis für Menschen im zweiten Arbeitsmarkt" geben soll. Eine gemeinnützige GmbH sei bereits gegründet und der Standort schon gefunden, so Chorherr.

"Viele Höhen und Tiefen"

Während seiner politischen Laufbahn habe es viele Krisen, aber auch viele tolle Erfolge gegeben, rekapituliert Chorherr. Die acht Jahre, in denen er gemeinsam mit Planungsstadträtin Vassilakou die Stadtplanung maßgeblich mitgestaltet habe, seien die schönsten Jahre seiner Karriere gewesen.

Als Grund für den Rückzug "rund um den Jahreswechsel" nannte Chorherr die neue Wiener Bauordnung, die er noch "fertigmachen" wolle. Obwohl er danach kein Berufspolitiker mehr sei, werde er aber weiterhin ein politischer Mensch und ein Grüner bleiben. "Die Wahl 2020 ist extrem wichtig und für uns (Grüne, Anm.) gewinnbar". Er werde sich nicht aktiv einmischen, stehe aber weiterhin gerne mit Rat und Tat zur Verfügung, wenn er gefragt werde, unterstrich Chorherr. (lok)

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