Clan-Chats geleakt: "Ich gehe einen Menschen umbringen"

Ein Zugriff im Zuge der Operation "Trojanerschild" am 8. Juni in Australien.
Ein Zugriff im Zuge der Operation "Trojanerschild" am 8. Juni in Australien.Australian Federal Police / Zuma / picturedesk.com
Für Drogen-Clans gilt Wien schon lange als Drehscheibe. Nach einem koordinierten Groß-Zugriff wurden nun erste Chats veröffentlicht.

USA, Deutschland, Großbritannien – und Österreich. In insgesamt 16 Ländern schlugen Sondereinheiten und Polizeikräfte im Juni zu. Das Ziel war die organisierte Kriminalität. Drogenbosse, die Mafia und Balkan-Clans nutzen auch Österreich wegen seiner zentralen Lage und guten Verbindungen zum Balkan schon lange als Drehscheibe.

Krasser Höhepunkt: Vor einem renommierten Wiener Innenstadt-Lokal wurde im Dezember 2018 ein Montenegriner von einem konkurrierendem Clan erschossen. "Der Kavački-Clan und der Škaljarski-Clan kommen beide aus der montenegrinischen Hafenstadt Kotor, die als Umschlagplatz für Kokain aus Südamerika gilt", schrieb damals "Die Presse" zu den Hintergründen.

Trojanerschild

Diese beiden Clans spielen auch in den aktuellen Ermittlungen eine Rolle. Die Operation "Trojanerschild" brachte in Wien 120 Festnahmen, 100 Verdächtige sitzen seitdem in U-Haft. Der "Kurier" veröffentlichte nun in seiner Sonntagsausgabe Chatnachrichten, die auf den verschlüsselten Handys der Clan-Mitglieder gefunden wurden.

An diese kam man, weil die Mitglieder für ihre "sichere" Kommunikation Krypto-Handys wählten, die vom FBI entwickelt wurden. Dieses hat sich jedoch eine Hintertür offengehalten und übermittelte die Chats bereitwillig den heimischen Behörden. Neben einem 39-jährigen Automechaniker aus Serbien, der kiloweise Drogen vertickt haben soll, steht aber insbesondere Dario D. als mutmaßlicher "Boss" im Fokus der Ermittler.

Die Chats

Die Anklage gegen einen Beschuldigten ist laut "Kurier" bereits fertig. Es gilt die Unschuldsvermutung. Sorgen um die Zulässigkeit der Beweismittel mache man sich aber keine. Zwar wurden diese über abgehörte Kommunikation gewonnen, der Einsatz war aber rechtlich gedeckt. Die Chats zeigen jedenfalls ein recht eindeutiges Bild.

 "Ich muss mich später mit S. treffen. Er zahlt 2.000 für das Anzünden eines Hauses. Ich muss etwas verdienen."

"Wo kann ich Bomben besorgen?" – "Sind verfügbar. Wann bauchst du sie? Wir werden das schon regeln. Brauchst du einen Zolja?" (Raketenwerfer)

"Ich plane IHN am 26. August zu verprügeln." – "Kommt gut gelegen... so viel Zeit brauche ich für das Geld... Außerdem hat er mich damals angeschossen."

"Er hat sich in die Hose geschissen. Zuerst hat er gesagt, er hat nichts. Dann habe ich ihm gesagt: Ich werde jetzt deine Arme und Beine brechen. Dann hat er gesagt: Ich habe noch so viel Gramm." – "Hahahaha Chaos."

"Morgen brauche ich vielleicht eine Pistole. Gib sie mir! Dann werde ich zahlen. Ich gehe einen Menschen umbringen."

"Diese P. sind tote Leute... Tot! Weißt du was wir machen werden? Wir werden die ganze Familie ausrotten."

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