Die Musikwelt trauert um eine ihrer größten Persönlichkeiten: Clive Davis ist tot. Der legendäre Musikproduzent starb im Alter von 94 Jahren in New York, wie mehrere US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf seine Familie berichten. Zuvor war Davis mit Atemwegsproblemen in einem Krankenhaus gewesen.
Davis prägte die Musikgeschichte der vergangenen Jahrzehnte wie kaum ein anderer. Er förderte Stars wie Janis Joplin, Santana, Bruce Springsteen, Billy Joel, Pink Floyd, Patti Smith, Alicia Keys und Aerosmith.
Eine seiner bedeutendsten Entdeckungen war Whitney Houston. "Wir hatten eine sehr enge berufliche Beziehung von dem Zeitpunkt im Jahr 1983 an, an dem ich sie entdeckt habe", sagte Davis einst im Rückblick. "Sie war ein stimmliches Genie. Sie konnte einen Song transformieren und völlig anders machen."
Geboren wurde Davis 1932 im New Yorker Stadtteil Brooklyn in eine jüdische Familie. Nach dem Tod seiner Eltern musste er sich sein Studium selbst finanzieren. Nach dem Abschluss arbeitete er zunächst als Anwalt, bevor er zur Musikfirma Columbia kam und später eigene Labels gründete.
Der mehrfache Grammy-Gewinner ist seit dem Jahr 2000 Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame. In seiner 2013 erschienenen Autobiografie bekannte sich Davis zu seiner Bisexualität.
Davis pflegte enge Freundschaften zu vielen seiner Künstler. "Sie und ich wurden sehr gute Freunde", sagte er über Aretha Franklin, die 2018 starb. "Wir sind zusammen essen gegangen und haben über das Leben geredet."
Am meisten höre er aber die Musik von Bruce Springsteen, verriet Davis. "Ich liebe alles von Springsteen. Von dem Moment, in dem er seinen Vertrag unterschrieben hat, bis zu seinen Broadway-Auftritten – ich habe ihn ein Leben lang beobachtet."
An seinem Leben habe er "alles geliebt", sagte Davis dem "Rolling Stone". "In die Plattenbranche zu gehen und mein Leben der Musik zu verschreiben, war unglaublich erfüllend und befriedigend in jeder Hinsicht." Davis hinterlässt vier Kinder aus zwei Ehen.