Alex Albon verursachte im Chaos-Grand-Prix von Australien am Sonntag die erste von drei Roten Flaggen. Der Thailänder verlor die Kontrolle über seinen Williams, kam von der Strecke ab, wurde aus dem Kiesbett heraus zurück auf die Ideallinie geschleudert.
Für den direkt nachkommenden Deutschen Niko Hülkenberg war das eine mehr als nur heikle Situation: "Wenn ich da einen T-Bone fabriziere, das will ich mir gar nicht ausmalen", sagt der Haas-Star auf ServusTV, wo er letztes Jahr noch als TV-Experte tätig war. T-Bone? Nein, das hat nichts mit dem gleichnamigen Steak zu tun. Im Renn-Sprech ist das ein Ausdruck für den frontalen Aufprall mit einem seitlich stehenden Wagen.
Genau dieses Schicksal blühte Hülkenberg und Albon. Hülkenberg kam mit mehr als 200 km/h an die Unfallstelle: "Ich sah nur eine Staubwolke, plötzlich tauchte sein Heck daraus auf. Da hatte ich zwischenzeitlich einen 'Code brown'", scherzt der Pilot, dass er sich im Schreckmoment beinahe in die Hose gemacht habe.
Was Hülkenberg nach dem Rennen mit Humor nehmen kann, ist für Rennfahrer auf der Strecke bitterer ernst. "T-Bone" – ein reales Horrorszenario, wie der schreckliche Formel-2-Unfall in Spa 2019 zeigte. Anthoine Hubert kam in der High-Speed-Kurve Eau Rouge von der Strecke ab, wurde von der Wand zurück auf den Asphalt katapultiert, von Juan Manuel Correa im vollen Tempo förmlich aufgespießt. Für den aufstrebenden Franzosen endete der Horror-Crash tödlich. Correa verbrachte Monate mit komplizierten Beinbrüchen im Spital.