Am Samstag war Leonard Cohen in Wien und nahm die Stadthalle im Sturm ein. Schon vor seinem ersten Auftritt bekam der inzwischen 79-jährige großartige alte Herr Standing Ovations. Nach seinem Abgang waren viele im Publikum schon längst aufgesprungen und jubelten der Legende vor der Bühne zu. Auch im restlichen Saal hielt es niemanden auf den Plätzen.
Am Samstag war Leonard Cohen in Wien und nahm die Stadthalle im Sturm ein. Schon vor seinem ersten Auftritt bekam der inzwischen 79-jährige großartige alte Herr Standing Ovations. Nach seinem Abgang waren viele im Publikum schon längst aufgesprungen und jubelten der Legende vor der Bühne zu. Auch im restlichen Saal hielt es niemanden auf den Plätzen.
In seinem Alter kann jedes Konzert das letzte sein und das weiß Cohen selbst am besten. Auch den Fans ist bewusst, dass bald eine Ära zu Ende gehen wird, wenn ein großer Poet mit einer unvergleichlichen Stimme abtritt. Doch noch bleibt Zeit, denn Cohen hüpfte drei Stunden lang munter über die Bühne und brachte seine Fans zum Toben.
Schon mit dem ersten Song, "Dance Me To The End Of Love" hatte er die Zuhörer in der Hand. Beim letzten Song vor dem Zugabenteil, "Take This Waltz", das unter anderem "There's a concert hall in Vienna" im Text hat, sprangen die Leute in den hinteren Reihen endgültig zum Run auf die Bühne auf. Nach der Pause drehten Cohen und seine Band so richtig auf. Seine Musiker arbeiten teilweise schon seit 1979 mit ihm. Eine davon ist Sharon Robinson, der einige Cohen-Songs zu verdanken sind. Sie und die fantastischen Webb Sisters sind mehr als nur Background-Stimmen. Immer wieder tritt Cohen in den Hintergund und überlässt seinen Musikern und Bandkollegen das Rampenlicht, das sie sich redlich verdient haben.
"Lazy bastard living in a suit"
Andere brauchen kleine Ansprachen, um mit ihrem Publikum ins persönliche Zwiegespräch zu kommen. Leonard Cohen sagt alles in seinen Songtexten. Er spricht von sich als "gypsy boy" und als "lazy bastard living in a suit" und bringt ständig den Beweis, dass er wirklich das "gift of the golden voice" hat. Er hatte ein Leben, aus dem es sich zu erzählen lohnt.
Cohen ist ein alter Mann, der schon in jungen Jahren weise war. "Goodnight, my darling - I hope you're satisfied" meint er während des langen Zugabenteils zum Publikum. Und ja, befriedigen hat er sie wirklich können. Seine Fans haben, wie er selbst sagt, über all die Jahre "meine Songs am Leben gehalten". Das werden sie, dessen ist man sich nach dem Konzert sicher, auch in Zukunft noch machen. Zum Abschied betont er mehrmals, man möge vorsichtig sein beim Heimfahren. Mit fast 79 Jahren weiß man eben, worauf es ankommt.
Der ewige Gentleman
Seit Mitte Juni ist Cohen auf Europa-Tour, mit Songs von seinem jüngsten Album "Old Ideas", aber auch mit dem reichen Fundus seines Lebenswerks. Von "Suzanne" bis "Hallelujah", von "So Long, Marianne" bis "First we take Manhattan". Er ist ewiger Gentleman und unantastbar cooler Halunke, bei dem Altersweisheit und jugendliche Rebellion zusammengehören.