Zwei Light-Drinks pro Tag, und du stirbst früher

Laut einer von der der Weltgesundheitsorganisation WHO koordinierten Studie bergen Softdrinks ein großes Gesundheits- und sogar Sterberisiko (Symbolfoto)
Laut einer von der der Weltgesundheitsorganisation WHO koordinierten Studie bergen Softdrinks ein großes Gesundheits- und sogar Sterberisiko (Symbolfoto)Bild: picturedesk.com/APA
Schon lange haben Light-Getränke einen zweifelhaften Ruf. Nun zeigt eine neue Studie: Sie zu konsumieren, geht mit einem großen Gesundheitsrisiko einher.
Das Versprechen der Hersteller, zuckerreduzierte Softdrinks böten den gleichen Geschmack bei weniger Zucker, ist hinfällig. Laut einer von der der Weltgesundheitsorganisation WHO koordinierten Studie bergen Softdrinks ein großes Gesundheits- und sogar Sterberisiko.

Für die im "Jama Network" veröffentlichte Arbeit wurden 451.743 gesunde Männer und Frauen aus zehn europäischen Ländern zu ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten befragt und anschließend 16 Jahre lang beobachtet. Dabei wurde auch der Konsum von Soft- und Light-Drinks berücksichtigt.

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In diesem Zeitraum starben 41.693 davon, insbesondere Personen, die zwei oder mehr Gläser à 250 Milliliter Softdrinks pro Tag konsumierten.

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Größeres Sterberisiko bei Rauchern



Wie "The Guardian" zusammenfasst, starben während der Studie 9,3 Prozent derjenigen, die weniger als ein süßes Getränk pro Monat tranken, verglichen mit 11,5 Prozent derjenigen, die zwei oder mehr Gläser pro Tag tranken.

Die Forscher berücksichtigten bei der Auswertung auch Faktoren wie den Body-Maß-Index, Ernährung, Bewegung und Rauchen. Das führte zu einem 17 Prozent höheren Todesrisiko bei denjenigen, die zwei Gläser pro Tag konsumieren, verglichen mit denen, die weniger als ein Glas pro Monat trinken.

Auch zuckerhaltige Drinks schaden



Den Toden vorausgegangen waren oftmals Herz-Kreislauf- und Verdauungserkrankungen sowie Parkinson. Bei genauerer Betrachtung zeigte sich, dass künstliche gesüßte Getränke das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um mehr als 50 Prozent erhöhen.

Doch statt zu Light-Drinks jetzt zu den gezuckerten Pendants zu greifen, ist auch keine gute Idee, wie die Studie zeigt. Laut dieser erhöhen klassische Softdrinks nämlich das Risiko, an einer Magen-Darm-Krankheit zu sterben, ebenfalls. Und zwar um 24 Prozent.

Viele Studien, ähnliche Ergebnisse



"The Guardian" gibt zu bedenken, dass die Studie unter "einer Reihe von Einschränkungen" leide. So seien die Teilnehmer etwa nur zu einem bestimmen Zeitpunkt nach ihren Getränken und ihrem Lebensstil befragt worden. Zudem basiere die Studie auf Selbstaussagen der Probanden.

Jedoch kamen frühere Studien zu ähnlichen Schlüssen. Laut einer im Fachjournal "Stroke" veröffentlichten Arbeit erhöhen zwei oder drei Light-Getränke à 335 Milliliter am Tag die Schlaganfallwahrscheinlichkeit bei Frauen um 23 Prozent.

In einer über neun Jahre andauernden Studie von Forschern der Universität von Miami hatten Fans von Diät-Softdrinks ein um 61 Prozent höheres Risiko für Gefäßleiden – und damit für Schlaganfälle und Herzinfarkte – als Menschen, die gar keine Limo tranken.

Forscher um Hannah Gardener von der Columbia Universität in New York meldeten gar, dass bei täglichem Konsum das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls um 48 Prozent steige.

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