Juwelier-Raub mit Perücken! Duo nach 9 Jahren gefasst

Die Juwelier-Räuber waren als Frauen verkleidet - Perücken inklusive. Kommissar DNA überführte sie nun.
Die Juwelier-Räuber waren als Frauen verkleidet - Perücken inklusive. Kommissar DNA überführte sie nun.LPD Wien
Nachdem 2011 ein verübter Raubüberfall ergebnislos ad acta gelegt werden musste, gelang es Ermittlern, die beiden mutmaßlichen Täter nun zu fassen.

Der Vorfall ereignete sich im Dezember 2011, kurz vor dem Jahreswechsel. Am 30.12.2011 wurde ein Juwelier in Wien-Brigittenau im Bereich Wallensteinstraße von zwei Männern überfallen. Jene verkleideten sich, trugen Perücken und Frauenkleider. Unmittelbar nach dem Betreten des Juweliergeschäfts attackierten sie einen Angestellten (32) mit Reizgasspray und einem Maurerfäustel. Das Opfer wehrte sich allerdings gegen den Angriff und schaffte es, einem der Täter die Perücke sowie ein paar Kleidungsstücke vom Leib zu reißen. Den Tätern gelang die Flucht.

Trotz des tapferen Angestellten, der sich wehrte, war der Raubüberfall für die beiden Männer erfolgreich. Sie erbeuteten diverse Schmuckstücke und flüchteten daraufhin zu Fuß. Der 32-jährige Mitarbeiter wurde bei dem damaligen Überfall leicht verletzt. Es gelang der Polizei dank des Einsatzes des Mannes, bei der zurückgelassenen Verkleidung DNA-Spuren sicherzustellen. Ein Abgleich mit der Datenbank ergab allerdings vorerst keine Treffer. Aufgrund fehlender Ermittlungsansätze wurde der Fall schließlich ruhend gelegt.

Neue Entwicklungen im Fall

Doch nun, knappe neun Jahre später, verzeichneten Ermittler einen Erfolg in diesem Fall. Die DNA-Spuren auf einem Schal und einer Perücke ermöglichten es einer Raub-Ermittlungsgruppe des LKA Wien, den seit Jahren ungeklärten Raubüberfall zu klären und die beiden Tatverdächtigen einzubuchten. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um zwei Männer rumänischer Staatsbürgerschaft im Alter von 30 und 31 Jahren.

Die Ermittlungen wurden Anfang dieses Jahrs wieder aufgenommen. Ende Jänner 2020 kam nämlich die Treffermeldung einer Datenbank aus England. Eine britische Polizeibehörde konnte das damals gesicherte DNA-Profil einer Person, nämlich dem 30-jährigen Tatverdächtigen, zuordnen. Das LKA nahm aufgrund dieser neuen Entwicklung daraufhin die Ermittlungen wieder auf und stellte mit Unterstützung des Bundeskriminalamtes intensive Nachforschungen im In- und Ausland an. So konnten mehrere Fotos des 30-jährigen Tatverdächtigen gesichtet werden. Die Fotos wurden mit der digitalen Gesichtsfelderkennungs-Software des Bundeskriminalamtes abgeglichen – Treffer. Nach dem erfolgreichen Abgleich erwirkten Ermittler einen europäischen Haftbefehl gegen den Mann.

Festnahme

Ende Juni wurde der Mann dann in Deutschland gefasst. Bei der Vernehmung durch die Kriminalpolizei zeigte sich der 30-Jährige geständig und nannte auch die Identität des 31-jährigen Mittäters. Der zweite Tatverdächtige war, wie sich schnell herausstellte, bereits 2014 wegen eines versuchten Juwelierraubs in Wien festgenommen und zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Mann verbüßt seine restliche Haft derzeit in Rumänien.

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