Wie viele Torten Maestro Zubin Mehta seit seinem runden Geburtstag im April schon angeschnitten hat, weiß er nicht mehr - fix ist nur: "Ich kanns kaum erwarten, 81 zu werden". Ein Alter, in dem man schon hie und da in Nostalgie schwelgen darf, auch wenn ihm manche Erinnerung heute die Schamesröte ins Gesicht treibt.
Wie viele Torten Maestro seit seinem runden Geburtstag im April schon angeschnitten hat, weiß er nicht mehr – fix ist nur: "Ich kann’s kaum erwarten, 81 zu werden". Ein Alter, in dem man schon hie und da in Nostalgie schwelgen darf, auch wenn ihm manche Erinnerung heute die Schamesröte ins Gesicht treibt.
"Was ich vom Graben aus schon alles miterlebt hab: Mädels in Hotpants, die die Beine spreizen, Männer, die sich die Bibel zwischen die Beine schlagen. Da war ich schon schockiert", so Mehta im Interview. Was sich am Premierentag nämlich tatsächlich auf der Bühne abspielt, ist selbst für ihn oft ein Überraschung: "Vieles davon sehe ich nie bei den Regieproben, frühestens bei der Klavierhauptprobe. Bestes Bespiel: Mein 'Ring' 2002 in München. Plötzlich buhen die Leute, ich schau rauf, da pischt der Siegfried im ersten Akt auf sein Schwert. Eine echte Surprise!" Man darf also auf Sonntag gespannt sein, wenn Mehta den "Falstaff" (Regie: David McVicar) dirigiert.
Das Besondere am ersten Dirigat seit acht Jahren an der Staatsoper: "Wir machen ihn im 15., 16. Jahrhundert, das war mein Wunsch." Mit dem Orchester, einem "Rolls-Royce", ist Mehta "sehr eingespielt", schließlich erarbeiteten sie Verdis letztes Bühnenwerk bereits 2013 bei den gemeinsam. Schade eigentlich, das Strizzi Falstaff, dem "armen Kerl", nie eine Popularität wie "La Traviata" oder "Rigoletto" zuteil werden durfte. Den Grund kennt der Dirigent: "Weil der Tenor am Ende nicht stirbt!" Die Sänger findet er allesamt "fantastisch", mit Marie-Nicole Lemieux (Mrs. Quickly) verbindet ihn gar der Slang: "Mit ihr kann ich kanadisch-französisch sprechen. Auch wenn sie lacht, wenn sie mich hört."