Conan Exiles bietet große Abenteuer mit Makeln

Conan Exiles bringt auf den ersten Blick alles mit, was ein Blockbuster-Game braucht. Zuerst muss man sich aber durch den stockenden Szenen kämpfen.

Lange Zeit im Early Access, hat es Conan Exiles nun offiziell auf PC, PlayStation 4 und Xbox One geschafft. Getan hat sich einiges: so hat sich die Größe der Spielkarte mehr als verdoppelt und ist um unterschiedliche Regionen wie einen auffälligen Lava-spuckenden Vulkan angewachsen. Der Eindruck vom Spiel leidet allerdings etwas durch deutlich auftretende Fehler.

Das liegt allerdings nicht am Gameplay, sondern an den noch deutlich auftretenden Fehlern vor allem bei der Grafik. Hier laufen Figuren einfach durch Wände, dort schweben sie in der Luft oder versinken im Wüstensand. Auch viele Bewegungen (vor allem beim Klettern) und Animationen sehen hölzern und sprunghaft aus, was den Spielfluss öfters mit ungewollten komischen Momenten unterbricht.

Auch insgesamt ist die Grafik nicht auf einem Niveau, wie es Trailer vermittelt hatten. Zugute muss man aber halten, dass das Spiel generell noch eine Menge Updates erfahren wird und viele dieser Auffälligkeiten, die das Spiel stocken lassen, ausgebügelt werden können. Daneben ist die Spielerfahrung nämlich, soweit man es in den ersten vier bis fünf Stunden sagen kann, einfach klasse.

"Ausstattung" anpassen

Auch der Spieleinstieg macht es dem Zocker leichter, als man es erwartet hätte. Am Bildschirm hängt man gekreuzigt mitten in der Wüste und wählt nacheinander Geschlecht der Spielfigur, Volkszugehörigkeit, Stimme und Religion aus. Weiter geht es mit detaillierten Gesichts-, Kopf- und Körpermerkmalen, unter anderem auch die "Ausstattung". Ja, richtig, die Penisgröße ist gemeint. Weiblichen Spielfiguren kann man den Busen nach Belieben "anpassen", ein Regler lässt einstellen, welchen Grad an Nacktheit man am Server bervorzugt. Scham gibt es hier keine.

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Danach erfährt man, wofür man ans Kreuz genagelt wurde und das Schicksal anderes mit uns vor hat, als und am Kreuz sterben zu lassen – Conan, der Barbar, lässt grüßen und rettet uns. Schon bewegt man sich mit kaum (oder nichts) am Körper durch die Welt von Conan Exiles. Wie es sich fürs Überleben gehört, muss erst einmal Wasser und Nahrung gesucht werden. Entsprechende Lebensbalken muss man im Auge behalten. Damit man sich schnell zurechtfindet, gibt es eine Aufgabenliste, die Basisfunktionen erklärt und gleichzeitig die Steuermöglichkeiten aufzeigt.

Kämpfen, bauen, versorgen

Als Open World Survival Game ist ein Online-Zugang beinahe Pflicht. Alleine mit dem Singleplayer-Modus wird man hier nicht recht glücklich. Es gibt zwar eine konfigurierbare Einzelspieler-Herausforderung, allerdings fühlt sich die im Endeffekt wie ein riesiges Sandbox-Game an, das trotz zu erfüllender Voraussetzungen nicht in die Nähe dessen kommt, was sich beim Online-Zocken alles tut.

Im Multiplayer landen nämlich die dem Tod entwischten Charaktere auf einem Fleck der Karte und zerstreuen sich – weil erst einmal auf das eigene Überleben bedacht – schnell in alle Winde. Die ersten Gegner sind auch schnell ausgeschaltet und dann beginnt das mühevolle Zusammentragen von Materialien. Mit ihnen kann man sich so gut wie überall auf der Karte eine Basis errichten. Klasse: entweder macht man das alleine und bekämpft andere Spieler (PvP) oder schließt sich mit anderen Spielern zusammen (PvE), um eine Mega-Clan-Stätte zu errichten.

Suchtfaktor kommt schnell

Gekämpft wird nun anders als in der frühen Early-Access-Phase in der Tird-Person- und nicht in der First-Person-Perspektive. Das tut dem Überblick gut. Zudem ist die Welt weit bevölkerter, als man es von anderen Survival- und Open-World-Spielen gewohnt ist. Neben den Mitspielern tummeln sich auch Dutzende NPCs auf der Karte herum, die handeln, über die Story aufklären, Allianzen eingehen oder auch uns den Gar ausmachen wollen. Gegner kann man mit genug Brutalität versklaven und sie unter Zwangsarbeit zu Mitgliedern des eigenen Stammes machen.

Außerdem warten in Conan Exiles noch Dungeons, die einen knackigen und ansteigenden Schwierigkeitsgrad aufweisen und von denen man sich anfangs noch fernhalten sollte, da darin neben Rätseln auch übermächtige Monster wie riesige Schlangen zu finden sind. Nach gut fünf Stunden ist man weit davon entfernt, über einen mächtigen Palast, ein großes Heer und Schätze zu verfügen.

Trotz aller Spiel-Stolperer ist man aber süchtig und ein großartiges Game blitzt deutlich hervor. Wir hoffen, dass die technischen Schwierigkeiten bald im Griff sind und stürzen uns weiter Stunde um Stunde ins Spiel. Eine endgültige Wertung noch vorbehalten, Conan Exiles könnte zum spannendsten Spiel im heurigen Jahr für Multiplayer avancieren. (rfi)

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