Cool bleiben! So lüftest du im Sommer richtig

Beim Lüften muss einiges beachtet werden.
Beim Lüften muss einiges beachtet werden.iStock
Je nach Außentemperatur, Luftfeuchtigkeitsgrad und Raumnutzung gelten beim Lüften komplett andere Spielregeln. Hier gibt es eine Übersicht.

Ob in Paarbeziehungen, Wohngemeinschaften oder am Arbeitsplatz: Lüften sorgt vor allem bei warmen Außentemperaturen für hitzige Diskussionen. Hier erfährst du, worauf man beim Lüften im Sommer achten sollte und ob das Kippfenster auch in warmen Sommernächten geschlossen bleiben muss.

Wann soll gelüftet werden?

Der richtige Zeitpunkt und die passende Dauer zum Lüften unterscheiden sich je nach Jahreszeit und Außentemperaturen. Im Winter ist der Gehalt an Luftfeuchtigkeit meistens niedrig, und der Luftaustausch erfolgt schneller als in wärmeren Monaten, weswegen die Schimmelgefahr gering ist. Es drohen aber Energieverluste durch zu lange geöffnete Fenster, wobei die Wärme der geheizten Zimmer nach draußen entflieht.

➤ Deswegen sollte bei tiefen Temperaturen kurz und intensiv gelüftet werden.

Im Sommer darf das Lüften länger dauern: 20 bis 25 Minuten sind ideal, damit ein kompletter Luftaustausch stattfinden kann. Öffne die Fenster möglichst am frühen Morgen oder am späten Abend, wenn es draußen nicht so heiß ist. Nach dem Lüften sollten die Fenster wieder komplett geschlossen werden, damit die tagsüber warme Sommerluft nicht in das Haus eindringen kann.

Im Badezimmer und in der Küche gilt eine Raumluftfeuchte von 60 beziehungsweise 70 Prozent als zu hoch.
Im Badezimmer und in der Küche gilt eine Raumluftfeuchte von 60 beziehungsweise 70 Prozent als zu hoch.iStock

Welche Faktoren spielen beim Lüften eine Rolle?

Das richtige Lüftungsverhalten hängt stark von der Raumnutzung ab. Im Schlafzimmer sollten idealerweise maximal 18 Grad Celsius herrschen, während es in den übrigen Räumen 2 bis 3 Grad Celsius mehr sein dürfen. Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle. Im Badezimmer und in der Küche gilt erst eine Raumluftfeuchte von 60 beziehungsweise 70 Prozent als zu hoch. Kochen und Duschen sorgen für einen Anstieg der Luftfeuchtigkeit, und im Anschluss an diese Tätigkeiten sollte für einen raschen Luftaustausch quergelüftet werden.

➤ Das bedeutet, dass zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig geöffnet werden und so Durchzug entsteht. Die feuchtigkeitsgeladene Luft aus Küche oder Bad wird nach draußen gezogen und trockenere Außenluft kann in das Zimmer eindringen.

Das funktioniert allerdings nur, wenn die Luft draußen nicht genauso feucht und schwül ist wie die Zimmerluft. Weil man im Dachgeschoss im Sommer mit höheren Temperaturen rechnen muss, ist die Raumluftfeuchtigkeit meist etwas tiefer, und in diesen Räumen kann daher auch im Sommer am Tag gelüftet werden.

Darf das Fenster nicht einmal im Sommer gekippt werden?

Gekippte Fenster sind ein Problem. Im Winter entweicht durch das geöffnete Fenster zu viel warme Luft, während im Sommer die heiße Außenluft in das Gebäude eindringt. Für die Sauerstoffversorgung ist es auch gar nicht nötig, das Fenster mehrere Stunden zu kippen. Wird abends richtig durchgelüftet, ist nachts kein offenes Fenster nötig für die Versorgung mit frischer Luft. Bei Außentemperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius darf man jedoch ausnahmsweise die Fenster abends bis in die frühen Morgenstunden gekippt lassen, da das die empfohlene Schlafzimmertemperatur ist und die Außenluft das Zimmer somit weder kühlt noch erwärmt.

Eine gute Dämmung lässt die Hitze gar nicht erst in das Haus hinein.
Eine gute Dämmung lässt die Hitze gar nicht erst in das Haus hinein.iStock

Wird durch eine Wärmedämmung Hitze im Gebäudeinnern gefangen?

Ganz im Gegenteil: Eine gute Dämmung lässt die Hitze gar nicht erst in das Haus hinein. In schlecht oder gar nicht isolierten Dachgeschossen kann es im Sommer bis zu 80 Grad Celsius heiß werden. Mit einer guten Isolation und dem richtigen Lüftungsverhalten können auch im Hochsommer angenehme Innentemperaturen erreicht werden. Häuser mit heller Fassade werden zudem weniger heiß als Bauten mit dunklen Außenwänden. Noch besser ist eine begrünte Fassade, weil Pflanzen bei der Verdunstung Kälte abgeben. Damit sollte eine zwei bis drei Grad unter der Außentemperatur liegende Raumtemperatur erzielt werden können.

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