Coole Schule startet mit Sammel-Projekt

Lässiges Projekt: Im Wiener Bildungszentrum Kenyongasse gibt's die ganze Woche Recycling- und Sammel-Workshops. Und: Wer am meisten sammelt, kann gewinnen.

"Ich trenne auch privat Müll – überall, wo es möglich ist", erzählt Sebastian (17). Und: "In der Schule trennen wir Müll – zum Beispiel Pet-Flaschen und Papier." Beste Voraussetzungen für die Projektwoche, die am Montag im Bildungszentrum Kenyongasse in Wien-Neubau startet. Sebastian besucht die 7A, hat geholfen, das Projekt unter dem Motto. "Lässig sammeln statt uncool wegwerfen" vorzubereiten. Workshops von der MA 48 begleiten die Woche.

Wettbewerb in den Klassen

Und: Es gibt auch ein Gewinnspiel, an dem alle Schüler teilnehmen können. Am Donnerstag gibt's einen eigenen Sammeltag in der Schule. "Alle Klassen können Altgeräte mitbringen, jedes Gerät wird gezählt", erklärt Sebastian. Cool: Die Klasse, die am meisten kaputte Elektro-Kleingeräte, Bildschirme, elektrische Zahnbürsten, CD-Player, Laptops und Co sammelt, bekommt 500 Euro für die Klassenkassa. "Wir können uns dann aussuchen, ob wir die Klasse renovieren wollen oder das Geld für unsere Abschlussreise verwenden wollen", sagt Amélie (17) aus der 7B. Ben (12) und Adriana (13) aus der 3D sind auch dabei.

Lernen und Sammeln soll Spaß machen

Klar ist: Der Spaß darf nicht zu kurz kommen. "Die bunte Mischung an Workshops soll die Schüler für denUmweltschutz begeistern", so MA 48-Pressesprecherin Ulrike Volk. Das Projekt läuft für Schüler im Alter von sechs bis 19 Jahren. Und: Auch die Kindergarten-Kinder werden eingebunden – und sollen spielerisch Recycling lernen. Auch die Politiker, die zum Start der Projektwoche kamen, wurden gleich selbst aktiv. ÖVP-Stadtrat Markus Wölbitsch brachte ein altes Blackberry und ein Nokia-Ladegerät. "Es geht um Bewusstseinsbildung. Das Projekt kann als Vorbild für andere Schulen in Wien wirken", sagt Wölbitsch.

Initiatorin Christina Schlosser: "Wir müssen in den Schulen beginnen"

Das Projekt wurde von ÖVP-Neubau-Bezirksrätin Christina Schlosser und Elisabeth Giehser von der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle vorbereitet. "Wir haben uns gedacht, wir müssen in den Schulen beginnen", erklärt Schlosser, die selbst Schülerin in der Kenyongasse war. 1.900 Schüler besuchen das Bildungszentrum, 250 Pädagogen unterrichten dort. "Wenn wir es schaffen, 1.900 Schüler zu mobilisieren und auch noch deren Eltern und Großeltern zu erreichen, dann sind das 10.000 Menschen", ist Direktor Martin Pfeiffer optimistisch. "Es geht um Bewusstseinsbildung und darum, mehr zum Sammeln zu motivieren", so Pfeiffer.

"Wenn es zur Sammelstelle ein weiter Weg ist verschwindet das alte Smartphone schnell in der Schublade", sagt der Neubauer Bezirkschef Markus Reiter (Grüne). Er appelliert: "Wir wollen das auch in weiteren Schulen in Neubau vorantreiben."

Welche Rohstoffe sind eigentlich im Smartphone?

In den Workshops lernen die Schüler zum Beispiel, aus welchen Rohstoffen Smartphones und Co. bestehen. Und: "Es gibt Konflikt-Rohstoffe, mit deren Erlös Waffenkäufe finanziert werden – etwa Kobalt, Zinn und Gold", erklärt MA 48-Abfallberater Karl Hartmann in der Klasse.

Rund 11.000 Tonnen an Elektro-Altgeräten wurden 2016 in Wien gesammelt. Österreichweit wurden 9,8 Kilogramm pro Einwohner gesammelt.

Cool: Wer will, kann die gesamte Projektwoche auf Facebook verfolgen.

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Christine NeubauerGood NewsWiener WohnenMartin Schulz

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