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Corona-Alarmstufe Rot vor Auftakt zur Tour de France

Die Infektionszahlen steigen weiter an. Trotzdem soll im Risikogebiet an der Cote d’Azur am Samstag der Startschuss zur Tour de France erfolgen.
20 Minuten
28.08.2020, 08:35

Pünktlich zum Start der 107. Tour de France herrscht in Nizza Alarmstufe Rot. Nachdem die Corona-Infektionen dramatisch angestiegen sind, haben die Behörden die Maßnahmen verschärft. Die ersten beiden Etappen in und um Nizza werden nun "fast hinter verschlossenen Türen" stattfinden, kündigte Bernard Gonzalez als Präfekt der Alpes-Maritimes-Region an.

So herrscht eine bizarre Szenerie. Auf der berühmten Promenade des Anglais von Nizza ist Gelb die vorherrschende Farbe. Auf den ersten Blick ist alles wie immer vor dem Grand Depart. Das nicht ganz so billige Pflaster an der Cote d’Azur steht ganz im Zeichen der Tour, die sich in großen Plakaten ankündigt und am Samstag tatsächlich losrollen will. Doch auf den Straßen tragen die Menschen indes Schutzmasken, die in Nizza seit geraumer Zeit Pflicht sind. So sieht es aus, wenn eine Frankreich-Rundfahrt in einem Corona-Risikogebiet beginnt.

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Es wird eine Reise ins Ungewisse. Ob die Tour tatsächlich nach 3484,2 Kilometern die Hauptstadt Paris erreichen wird, ist mehr als fraglich. "Das schwebt wie ein Damoklesschwert über uns, dass jeder Tag der letzte sein kann", sagt etwa der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin.

Dem Deutschen, der zum zwölften Mal beim Grand Depart dabei ist, sind die steigenden Infektionszahlen nicht entgangen. Kurz vor dem Start wurde ein Höchstwert von der französischen Gesundheitsbehörde registriert. Mehr als 5000 Neuinfektionen in Frankreich an einem Tag. Das Gebiet wurde am Donnerstag neben 18 weiteren Departements als rote Zone eingestuft. Das heißt, dass dort eine erhöhte Ansteckungsgefahr herrscht.

Dass Zuschauer – wenn auch limitiert – während der Tour überhaupt am Straßenrand stehen dürfen, ist etwas, das Martin nicht verstehen kann. "Die Situation verschlechtert sich von Tag zu Tag", gibt der Radprofi zu bedenken und fügt hinzu: "Lieber eine Tour ohne Zuschauer als gar keine Tour."