Corona-Cluster beim Heer sorgt für Chaos auf Milizübung

Viele Soldaten beim Bundesheer steckten sich mit Corona an.
Viele Soldaten beim Bundesheer steckten sich mit Corona an.(Bild: iStock)
Bei einer großangelegten Übung der Miliz mit 572 Mann kam es zu einem riesigen Corona-Cluster – das sorgt für Aufregung bei den Soldaten.

Bei der "Herbststum 22"-Übung des Jägerbatallions Wien 1 – dem Milizverband der Garde – kam es laut "Heute"-Infos zu zahlreichen Corona-Fällen. Genau 572 (Anm.: von 850 eingeplanten) teilnehmende Soldaten sollten von 17. bis zum 26. November Schießen, Häuserkampf und ABC-Abwehr trainieren. Dafür wurden die jungen Männer auf dem Areal der Benedek-Kaserne in Bruckneudorf (Bgld.) und in Zwölfaxing (NÖ) untergebracht, in Zimmern mit bis zu 14 Personen pro Raum – mit Folgen.

"Gefühlt jeder Dritte hat Corona"

Denn das Coronavirus fand so wohl ideale Bedingungen vor, sich rasch und breitflächig auszubreiten. Nach dem ersten Auftreten einiger Corona-Fälle am Wochenende wurden alle Soldaten am dienstfreien Sonntag angewiesen, sich zu Hause testen zu lassen. Das ernüchternde Ergebnis beim montäglichen Morgenappell: "Gefühlt jeder Dritte war gar nicht da oder in der Krankenstation der Kaserne, weil die Tests positiv waren", so einer der Übungsteilnehmer.

Nun würde vor Ort Chaos vorherrschen, vonseiten des Heeres hätte es keinerlei Teststrategien gegeben, so die harsche Kritik. Auf den Zimmern durchgeführte Antigentests seien mit mitgebrachten Kits der Teilnehmer gemacht worden. Immerhin: In den Innenräumen gelte ab sofort überall eine FFP2-Pflicht.

Bundesheer bestätigt Corona-Cluster

Brisant: Laut "Heute"-Infos sei es bei der Vorbereitung der Truppenübung bereits zu Infizierten gekommen. Das Bundesheer widersprach in einer Aussendung, bestätigte indes aber das Auftreten von insgesamt 30 Corona-Fällen seit 17. November.

Soldaten berichten über schlechte Zustände

Der Ablauf sei schon vor dem Corona-Ausbruch alles andere als reibungslos gewesen: "Wir bekamen nur kaltes Essen, in fünf Tagen hatten wir vielleicht zwei warme Mahlzeiten, manche nur eine", berichtet ein betroffener Soldat. Auch abgefülltes Wasser soll zu Beginn Mangelware gewesen sein.

Das sagt Bundesheer zu den Vorwürfen

Das Bundesheer dazu: "Es gibt seit Beginn der Übung aufgrund der Ausbildungsvorhaben jeweils pro Tag die Einnahme des Frühstückes der Norm entsprechend in den Speisesälen mit warmen Getränken in der Früh, am Abend erfolgt die Einnahme einer warmen Mahlzeit. Für Mittag wird im Rahmen des Ausbildungsbetriebes Kaltverpflegung ausgegeben."

Der "Herbststurm 22" läuft aktuell Gefahr zum "Lauen Lüftchen" zu werden: Intern kochten Gerüchte über einen vorzeitig Abbruch der Übung hoch – das wurde nun klar dementiert. "Die Übung verläuft völlig planungskonform", hieß es. Eines ist jedoch fix: Für die positiv Getesteten ist die Übung vorzeitig beendet.

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