Seit Beginn der Woche steigt die Zahl der Corona-infizierten unter den Mitarbeitern des Schlachterei-Großbetriebs Tönnies im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Waren es zunächst nur etwas über 100 Infizierte, stellte sich nach einer großangelegten Corona-Testreihe heraus, dass weit über 650 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert sind.
Der Betrieb Tönnies, einer der größten Fleischverarbeitungsfirmen in Deutschland, musste den Groß-Schlachthof daraufhin schließen. Der Kreis Gütersloh kündigte an, alle Schulen und Kindertagesstätten bis zu den Sommerferien zu schließen und rund 7.000 Menschen unter Quarantäne zu stellen.
Durch die Schließung des Schlachtbetriebs fehlen nun nach offiziellen Angaben 20 Prozent der Fleischprodukte auf dem deutschen Markt. Lieferengpässe werden befürchtet. Auch die Schweinezüchter stünden nun vor Problemen, weil ihre Schweine so gezüchtet werden, dass sie zu einem bestimmten Termin "schlachtreif" seien, hieß es.
Es ist nicht der erste größere Ausbruch in einer deutschen Fleischfabrik. Im Mai war ein großes Cluster in Coesfeld, ebenfalls in Nordrhein-Westfalen, registriert worden. Damals waren bei einem großangelegten Reihentest durch die Gesundheitsbehörden bei Tönnies nur wenige Fälle festgestellt worden.
Nach Unternehmensangaben wurde allerdings bei späteren Tests ein Infektionsherd identifiziert. Obwohl alle Kontaktpersonen vorsorglich in Quarantäne geschickt worden seien, habe es weitere Infektionen in dem Schweinefleischzerlegebetrieb gegeben. Hunderte weitere Infizierte wurden in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein registriert.