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"Corona-Kontrolle" – Mann muss sich grundlos ausziehen

Obwohl er nur helfen wollte, berichtet ein Mann, er habe sich auf der Toilette im Rahmen einer "Corona-Kontrolle" komplett ausziehen müssen.
Leo Stempfl
20.05.2021, 19:58

Das deutsche Nachrichtenportal "Focus Online" berichtet von einem schockierenden Fall, der sich in Frankfurt am Main zugetragen haben soll. Herr Y. wurde von der Polizei angerufen. Im Hotel eines Bekannten laufe gerade eine Corona-Kontrolle, aber vor Ort sei niemand an der Rezeption. Auf einer Pinnwand sei seine Telefonnummer notiert gewesen.

Der Beamte am anderen Ende der Leitung habe ihn gebeten, ins Hotel zu kommen, weil man es andernfalls versiegeln müsste. Y. wollte der Polizei und seinem Freund helfen und machte sich deswegen schnurstracks auf den Weg. Was dann passierte, erzählt sein Anwalt "Focus Online".

"Corona-Kontrolle"

Als der türkischstämmige Y. ankam, traf er dort auf 15-20 Polizeibeamte im Rezeptionsbereich. Er bot diesen einen Kaffee an und stellte sich dem Beamten vor, mit dem er vorher telefoniert hatte. Nachdem der hilfsbereite Unbescholtene seinen Ausweis vorzeigte, hieß es plötzlich, dass er kontrolliert werden müsste.

Beamte tasteten ihn deswegen von vorne und hinten ab. Anschließend habe es geheißen "Wir sind noch nicht fertig!" Er müsse nun mit auf die Toilette kommen, Grund sei ihm keiner genannt worden.

Bitte bücken

Dort sei er zuerst aufgefordert worden, sein Shirt hochzuziehen. Damit nicht genug, habe er dann auch noch Hose und Boxershorts ablegen und sich schließlich sogar bücken müssen, um den Beamten Einblick in jede Stelle zu gewähren. Nach eineinhalb Stunden fuhr Y. wieder nach Hause, ohne einen Grund für diese Behandlung erfahren zu haben.

Sein Anwalt stellte deswegen bereits vor fünf Wochen Strafanzeige wegen Nötigung im Amt und tätlicher Beleidigung. Die Beamten sollen sich zu dem Vorfall bisher nicht geäußert haben. Der Rechtsanwalt erzählt, auf seine Nachfrage habe man ihm berichtet, dass es noch gar keine Befragung der Polizisten gegeben habe, weil der Einsatzleiter im Vaterschaftsurlaub sei.

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