Corona-Leugner im Nationalteam: Ex-Kollege empört

Joshiko Saibou (l.)
Joshiko Saibou (l.)imago images/camera4+
Joshiko Saibou tat sich als Corona-Leugner hervor, jetzt spielt er wieder in Deutschlands Basketball-Nationalteam. Das stößt auf Kritik.

Die Deutschen lösten in Split das Olympia-Ticket im Basketball. Im Halbfinale wurde bereits Kroatien ausgeschaltet, im Finale wurde mit einem 75:64 gegen Brasilien die erste Olympia-Teilnahme seit 2008 fixiert.

Doch abseits des Parketts wird viel über Joshiko Saibou diskutiert. Er postete im Vorjahr wirre Verschwörungs-Theorien auf Twitter und beteiligte sich an Demos gegen Anti-Coronamaßnahmen. Von seinem Team Telekom Baskets Bonn wurde er damals dafür fristlos gekündigt.

Jetzt läuft er für das Nationalteam auf. Seine Kollegen geben sich gelassen. "Von uns hat keiner jetzt wirklich direkt ein Problem mit Joshiko", beteuert etwa Andreas Obst. "Klar gab es viele Meinungsverschiedenheiten, die gibt es auch jetzt noch. Aber wir wollen jetzt Basketball spielen und unser Ding machen."

Kritischer sieht das Ex-Teamspieler Jan Jagla. Er meint: "In der Form war die Nominierung auf jeden Fall ein Fehler." Zu einer zweiten Chance gehöre es auch, "dass man seine Fehler eingesteht." Die Situation um den umstrittenen Spieler müsse ausführlicher aufgearbeitet werden.

Saibou selbst bemüht sich, die Wogen zu glätten. "Mir ist wichtig zu sagen, dass ich die Existenz von Corona nicht bezweifle und nie angezweifelt habe", meint er jetzt in einem Video, das vom Basketball-Verband auf Twitter gezeigt wird. "Leider gab es bei den Demos auch verschiedene Extremisten, die den Rahmen für sich genutzt haben. Allerdings weiß jeder, der mich kennt, dass in meinem Leben absolut kein Platz für diskriminierendes Gedankengut ist. Egal ob Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus."

Für Jagla nicht genug. Er meint: "Es ist ein Thema, das sich nicht durch Pauschalaussagen wegdiskutieren lässt. 'Entschuldigung' reicht nicht, sondern ich möchte auch wissen: Was ist der Fehler?" Sabiou würde sich seiner Meinung nach öffentlich nicht ausreichend erklären. Daher "hätte er eigentlich nicht dabei sein dürfen".

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