Corona-Notfallplan – So rüstet sich Wien für den Winter

Im Winter 2017/2018 sah Wien den ersten Schneefall der Saison erst Anfang Februar.
Im Winter 2017/2018 sah Wien den ersten Schneefall der Saison erst Anfang Februar.picturedesk.com/Jeff Mangione
Die Vorbereitungen der 48er für den Winterdienst laufen auf Hochtouren. Die Salzlager werden aufgestockt und ein Corona-Notfallplan ausgearbeitet.

Die fallenden Temperaturen haben auch schon der Bundeshauptstadt Wien in diesem Herbst mehrmals leichten Frost beschert, bald könnte es die ersten Schneeflocken geben. Die Vorbereitungen der MA48 für den Winterdienst laufen bereits auf Hochtouren. 

Wie die Stadt Wien am Mittwoch mitteilt, könne "jederzeit auf 313 Räum- und Streufahrzeuge sowie auf bis zu 1.400 bestens geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgegriffen werden". Durch innovative Streutechnologien und den Einsatz von Sole und Feuchtsalz habe man die notwendigen Splitt- und Salzmengen bereits in den vergangenen Jahren reduzieren können. 

"Das ist gleichzeitig eine überaus effiziente Maßnahme im Kampf gegen den Feinstaub und somit zur erfolgreichen Einhaltung der EU-Feinstaubgrenzwerte – und kommt somit unserem Klima zugute", betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

Salzlager ausgebaut

Bei Temperaturen um null Grad kommen vornehmlich Sole zum Einsatz, bei deutlich kälteren Temperaturen in Kombination mit hohen Schneemengen punkte das bewährte Feuchtsalz mit seiner besseren Tauleistung.

Trotz der effizienteren Ausbringung wird weiter aufgestockt und Winterdienst-Lagerplätze für ganz Wien ausgebaut. Die Salzlager in den Silos wurden um 700 Tonnen auf nunmehr 11.500 Tonnen, die Solelager in den Tanks um 200.000 Liter auf knapp 2 Millionen Liter aufgestockt. 

Experimente

Fünf neue LKW und 19 Kleinfahrzeuge inklusive neuer Streuer erweitern den Fuhrpark. Zudem wurden fünf Kleinfahrzeuge mit Knicklenkung extra für den Einsatz auf Radwegen angeschafft. Gleichzeitig gibt es noch ein Novum: In der heurigen Saison wird im Bereich der Fußgängerzone Favoritenstraße ein komplett aus Kunststoff geformter Pflug getestet.

In Zusammenarbeit mit der TU Wien werden alternative Streumittel untersucht. In dieser Winterdienstsaison wird dazu im 22. Bezirk ein Praxistest durchgeführt. Wichtig sind dabei die Ergebnisse zur Tauleistung und Griffigkeit.

Corona-Notfallplan

Damit der Winterdienst auch in Zeiten von Corona durchgeführt werden kann, wurde ein Notfallplan ausgearbeitet. Dieser sieht in erster Linie – um die Ansteckungsgefahr zu minimieren – einen zeitversetzten Dienstbeginn und Fahrerwechsel vor. Für das Lenkerpersonal auf Bereitschaft ist der Aufenthalt in größeren Räumlichkeiten (z.B. Speisesaal) untersagt.

"Die 48er ist ein wichtiger Bereich der Infrastruktur und Daseinsvorsorge Wiens", betont Stadtrat Czernohorszky in einer Aussendung. "Gerade während der Corona-Krise sichern Abteilungen wie die MA48 das reibungslose Funktionieren unserer Stadt!"

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