"Seit drei Tagen sagt mir keiner, ob ich Corona habe"

Bernd K. (32) ist seit Montag in Quarantäne  erst im Spital (o.), nun daheim.
Bernd K. (32) ist seit Montag in Quarantäne erst im Spital (o.), nun daheim.Bild: privat

Jetzt hat Österreich die erste Corona-Groteske: Ein 32-Jähriger, der in Italien Urlaub machte, ist schwer erkrankt – und hat im Spital einen Test gemacht. Das Ergebnis erfährt er seit drei Tagen nicht.

Seit Montag gilt Bernd K. nach einem Italien-Urlaub als Corona-Verdachtsfall. Ein Test wurde gemacht. Ob er tatsächlich mit Corona infiziert ist, hat man ihm bisher nicht mitgeteilt. Seit nunmehr drei Tagen. Aber der Reihe nach. "Am 2. März habe ich bei der Infoline angerufen, meine Beschwerden geschildert, gesagt, dass ich in Lignano sowie Grado war – und gefragt, ob ich zum Arzt darf."

Dies verneinte man, Bernd K. möge 1450 wählen. "Das habe ich dann getan. 1450 hat mir die Erlaubnis für den Arztbesuch erteilt."

"Fuhr selbst ins Spital"

Der Niederösterreicher verfügte sich mit Erkältungssymptomen zu seiner Hausärztin. "Sie hat Lungengeräusche festgestellt, eineinhalb Stunden telefonisch niemanden erreicht und mich zur Abklärung ins Kaiser-Franz-Josef-Spital überwiesen. Ich bin schließlich selbst dorthin gefahren."

Heimtransport nach Test

In der Wiener Klinik nahm man ihn auf der Isolierstation auf und machte am 2. März um 21.30 Uhr einen Abstrich. Ein Ergebnis wurde ihm für den nächsten Morgen versprochen. Dieses erhielt er nicht, dafür wurde der isolierte Heimtransport mit der Wiener Berufsrettung eingeleitet. "Man gab mir ein Infoblatt mit, wie man sich als Corona-Verdachtsfall zu verhalten habe", schildert Bernd K.

In der Folge wurde es skurril: "Bis jetzt hat man mir trotz mehrmaliger telefonischer Nachfrage nicht sagen können, wie mein Testergebnis lautet", ärgert sich der 32-Jährige. "Die MA 15 teilte mir mit, dass mein Fall in der Datenbank noch nicht erfasst wurde, sie gerade erst dabei wären, die Testungen vom Samstag zu bearbeiten und aufgrund der Flut an Verdachtsfällen einfach nicht mehr nachkommen würden."

"Es ist ein Spießrutenlauf"

Bernd K. kontaktierte dann die BH Wr. Neustadt. "Diese meinten, es gäbe noch kein Ergebnis, aber sie würden sich garantiert bis Mittwochabend zurückmelden – was aber nicht passierte. Ich muss also weiter auf unbestimmte Zeit in Quarantäne bleiben. Hätte ich gewusst, welche Spießrutenlauf auf mich zukommt, hätte ich mir drei Mal überlegt, ob ich ins KFJ fahre."

Lungenprobleme nicht abgeklärt

Dazu kommt: "Meine Hausärztin müsste, sofern ich infiziert bin, selbst in die Isolation – praktiziert aber bis zum Vorliegen eines Ergebnisses natürlich weiter." Auch konnte er das ihm wegen seiner Atemgeräusche empfohlene Lungenröntgen bisher nicht durchführen: "Im Spital ist dies unterblieben – und jetzt darf ich meine eigenen vier Wände ja nicht verlassen. Die Situation ist absurd."

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