Die Corona-Krise wird zeigen, was wir draufhaben

Eva Dichand zu Corona-Krise und Shutdown in Österreich.
Eva Dichand zu Corona-Krise und Shutdown in Österreich.Bild: zVg
Dieses Virus wird die größte Herausforderung unseres Lebens. Was jetzt hilft? Cocooning. Miteinander statt Gegeneinander. Und gute Nerven. Denn für Wochen auf engem Raum mit Kindern, Ehemann und Hund? Schwer vorstellbar. Von Herausgeberin Eva Dichand
Corona-Shutdown nun also auch in Österreich. Und jetzt? Cocooning! Coco-was? Cocooning wird definiert als: Zuhause bleiben, isoliert von äußerer Gefahr. Dieser Ausdruck, der in den 80er-Jahren von Trendforschern ins Leben gerufen wurde, ist wohl das liebevollste und positivste Wort für das, was uns in den nächsten Wochen bevorsteht.

Kein Kino, keine Konzerte, keine Restaurant- und keine Sportveranstaltungsbesuche mehr. Dazu: große Familien- und Freundesrunden sind ab sofort tabu. Schon hart.

Die, die dem Virus entgehen wollen, werden wohl ihr Leben ordentlich umstellen müssen. Entweder man hält sein Immunsystem für gut genug, um das Virus recht unbeschadet zu überstehen, oder man wird wohl weitestgehend alle sozialen Kontakte für viele Wochen meiden müssen.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Das ist leichter gesagt als getan.

Menschen sind Herdentiere, viele brauchen soziale Kontakte als Ausgleich. Kinder, Ehemann und Hund mehrere Wochen auf engem Raum? Allein der Gedanke daran ist eine ziemliche Herausforderung.

Wie schwer muss es erst für ältere Menschen sein, die ganz alleine leben. Gerade sie sollen ja keinen Kontakt zur Außenwelt haben.

Soziale Medien, digitale Kontakte, ja selbst digitales Shopping werden jetzt wohl ungeahnte Zuwachsraten haben. Dieser Bereich ist jedoch für ältere Menschen schwer zu handhaben beziehungsweise zu erlernen. Einsamkeit, Angst und Depressionen sind also vorprogrammiert.

Das, was wir von Italien hören und sehen, wird auch zu uns kommen. Die Mediziner sind sich darüber im Klaren und daher eher verzweifelt. Eine kontrollierte Handhabe seitens der öffentlichen Hand scheint fast unmöglich – ein wirklicher Ausnahmezustand.

Jetzt wird sich zeigen, was wir Menschen wirklich draufhaben. Soziale Intelligenz, Mitgefühl, persönlicher Einsatz und persönliches Zurückstecken; Miteinander statt Gegeneinander wird das Einzige sein, das hilft. Um unsere gefährdeten Mitmenschen nicht anzustecken, werden wir ziemlich viel Cocooning für wahrscheinlich sehr lange Zeit auf uns nehmen müssen.

Manchen wird das gut tun, vielleicht sogar gefallen. Für manche wird es aber vielleicht die größte Herausforderung ihres Lebens.

Verzicht, Aufgabe, Vermeidung und Rücksicht werden unsere nächsten Lebenswochen prägen. Bescheidenheit statt persönlichem Ego. Gemeinschaft und Solidarität werden darüber entscheiden, wie wir diesen Ausnahmezustand überleben werden.

Wir können also zeigen, was wir draufhaben.

Wir alle gemeinsam.





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