Schul-Shutdown ist Nerven-Test für Fortgeschrittene

Das kommt mit dem Schul-Shutdown auf Eltern zu.
Das kommt mit dem Schul-Shutdown auf Eltern zu.Bild: heute.at
"Heute"-Redakteurin Sandra Kartik über die Corona-Zwangspause für Eltern.
„Juhu, keine Schule für Wochen! Mami, ich freu mich so!" Viel gegensätzlicher zu meinen eigenen Gefühlen hätte mein Sechsjähriger die Corona-Zwangspause nicht in Worte fassen können. Nicht falsch verstehen, als Mutter ist man automatisch im Team Vorsicht-ist-besser-als-Nachsicht. Und ich teile nach anfänglichem Verhamlosen mittlerweile ganz klar die Meinung, dass uns jetzt nur strenge Maßnahmen helfen können, COVID-19 einzudämmen. Doch eines sei allen Eltern vorab verraten – Achtung, Spoileralarm: Die Zeit daheim wird kein Kindergeburtstag. Aber: Es bringt die Familie auch näher zusammen.

Betreuung für Wochen

Wie organisieren wir die Betreuung für unsere Kinder, die noch nicht alleine daheim bleiben können? Und das für Wochen oder gar Monate? Home Office klingt nach dem Schlüssel zum Familienglück. Doch erstens ist das nicht in allen Berufen möglich (wie etwa bei Verkäuferinnen, Kellnerinnen oder Friseurinnen). Zweitens weiß jeder, der schon einmal daheim arbeiten musste, während Kinder anwesend waren, wie gut das funktioniert. „Mami, schau mal was ich in meinem Zimmer gemacht habe!" (Meistens nichts Gutes.) „Mami, spiel endlich mit mir, mir ist fad." Oder auch ein Favorit während eines beruflichen Telefonats: „Mami, ich muss aufs Klo!" Wer sein Kind nicht stundenlang vor dem Fernseher parken will, darf sich auf einen Nerventest für Fortgeschrittene vorbereiten.

Oma, bitte kommen!

Nicht jeder hat soviel Glück wie ich mit einer Mama, die mich immer unterstützt. Oma, die Retterin in allen Lebenslagen. Doch sollen wir nun genau diese nicht mehr mit ihren Enkeln zusammenbringen, da sie ab 60 Jahren bereits zur Corona-Risikogruppe zählen, besonders wenn sie etwa an Asthma leiden. Selbst Pamela Rendi-Wagner, derzeit wieder öfters als Ärztin befragt, rät davon ab, die Großeltern zu besuchen. Eines sei jedoch vorab verraten: Ohne Oma läuft der Laden nicht. Außer man hat eine furchtlose Nanny. Doch für die meisten ist die nicht leistbar. Also organisiert man sich mit Freundinnen, übernimmt die Kinder abwechselnd. Museumsbesuche gehen jetzt nicht mehr. Kino fühlt sich falsch an. Also ab ins Freie oder daheim bleiben.

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Und natürlich müssen auch die Hausaufgaben gemacht werden. Täglich trudeln lange Listen per Mail ein, die abgearbeitet werden sollen. Die Oberstufen müssen sich selbst verwalten und der Verführung des Computerspielens widerstehen. Die Jüngeren brauchen uns noch mehr: Wir werden jetzt auch noch zu Lehrerinnen und sehen dabei, was unsere Kinder täglich leisten: Sehr viel, so wie wir Eltern, besonders jetzt.

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