Die Freude ist bei vielen Kindern (noch) groß: "Jetzt kann ich endlich wieder meine Freunde sehen", lacht Tobias (8), der die 2. Klasse in der Ganztagesschule am Campus Donaufeld besucht. Sein Klassenkollege Adrian (8) – er trägt eine "Dragons"-Maske – ist nicht ganz so euphorisch: "Ich bin müde, meine Mama musste mich mit kaltem Wasser aufwecken." Brav stehen beide Buben im Mindestabstand hintereinander und warten auf ihre Lehrerin Simone Kneidinger.
Mit Mund-Nasen-Schutz ausgerüstet, öffnet Kneidinger die Türe und wartet, bis alle zwölf Kinder da sind. "Bei uns kommt jeder Lehrer einzeln heraus und hält dann den Kindern die Türe auf. So müssen diese nichts angreifen", erklärt Direktor Richard Pregler. Im Eingangs-Innenbereich wurde ein Desinfektionsspender aufgestellt, Pregler setzt allerdings eher auf das Händewaschen in der Klasse: "Das ist einfach verlässlicher."
Für Pregler war die Schulöffnung nach den Corona-Ferien eine große, organisatorische Herausforderung: "Die Kinder kommen bei uns über zwei Eingänge hinein: Die 1. und 2. Klassen beim Haupteingang, die 3. und 4. Klassen beim Seiteneingang. Alle zehn Minuten kommt ein Lehrer heraus und holt seine Klasse ab. Der Unterricht beginnt und endet gestaffelt. Unsere Sammel-Garderoben sind zu. Die Jacken werden über den Sessel gehängt, die Schuhe stehen vor oder in der Klasse. Im Speisesaal haben wir Sessel entfernt, damit sich der Mindestabstand ausgeht. Die große Pause haben wir verlängert, jede Klasse hat einen eigenen Termin und darf dann allein den Freibereich nutzen. Insgesamt also einige Änderungen, die wir durchführen mussten."
Auch die obligatorische Zweierreihe wurde abgeschafft: "Die Kinder gehen einzeln hintereinander, wir haben das die 'Perlenkette' getauft", meint Pregler, der für 353 Kinder zuständig ist. In der Klasse sitzt jedes Kind an einem Tisch, die Haken an den Seiten werden für Schultasche und Mundschutz-Maske genutzt. Die Tische stehen jeweils mindestens einen Meter auseinander und sind so platziert, dass jedes Kind mit genug Abstand daran vorbeikommt, wenn es einmal auf die Toilette muss.
Um den Kindern zu veranschaulichen, wie lang der Mindestabstand ist, hat Lehrerin Janina Berry einen aufblasbaren Plastik-Hai mitgebracht: "Damit die Kleinen das besser verstehen", meint Direktor Pregler. Tobias und Adrian brauchen den Plastik-Hai nicht mehr – sie kennen sich aus: "Wir wissen schon über alles Bescheid. Mundschutz tragen, Hände waschen und Mindestabstand einhalten. Unsere Eltern haben uns auch Desinfektionsspray für die Hände mitgegeben." Na, dann kann ja nichts mehr schiefgehen...