Über die Symptome einer Coronavirus-Infektion weiß man mittlerweile schon so genau Bescheid, dass man sogar weiß, in welcher Reihenfolge sie am wahrscheinlichsten eintreten. (siehe Bildstrecke unten)
Doch was langfristige Folgen bei Genesenen betrifft, ist die Forschungslage wenig ergiebig. Inzwischen häufen sich jedoch die Erfahrungsberichte von Patienten, die Wochen nach ihrer Genesung und einem negativen Testergebnis noch an einem Symptom leiden: Sie klagen über Erschöpfung, Müdigkeit und Abgeschlagenheit.
Nun bestätigt auch eine Untersuchung aus Irland: Müdigkeit kommt bei ehemaligen Infizierten häufig vor. Forscher des St. James’s Hospital und dem Translational Medicine Institute am Trinity College Dublin berichten, dass sogar die Hälfte der Patienten davon betroffen ist. Von 128 untersuchten Personen gaben 52 Prozent an, dass Müdigkeitserscheinungen nach der offiziellen Genesung andauern würden.
Zwei Drittel der Probanden waren weiblich. Auch Menschen, die eher zu Depressionen und Angstzuständen neigen, waren eher betroffen. „Diese Studie macht deutlich, wie wichtig es ist, diejenigen, die sich von COVID-19 erholen, auf Symptome schwerer Erschöpfung hin zu untersuchen, unabhängig vom Schweregrad der Ersterkrankung“, schreiben die Forschenden in einem Paper zu der Studie.
Diese Ergebnisse passen zu jenen von zwei früheren Studien aus Italien und Frankreich. 87 Prozent der Genesenen litten in einer italienischen Studiedemnach unter mindestens einem Symptom, wie etwa Müdigkeit oder Atembeschwerden.
Genau das Gleiche beobachteten Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover. Menschen klagten auch hier über Müdigkeit und Kurzatmigkeit. "Das ist das, was ich jungen Leute immer versuche, klarzumachen: Für die Langzeitfolgen spielt das Alter gar keine Rolle“, erklärte Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover gegenüber der „Tagesschau“.