Am 5. Dezember hatte die Wienerin versucht, sich online für einen Termin zu den Corona-Massentests anzumelden. "Da die Wiener Termine alle deaktiviert waren und ich diese nicht auswählen konnte, wurden mir Termine in Niederösterreich vorgeschlagen. Eigentlich war ich darüber sehr erfreut, da es für mich ohnehin viel näher nach Perchtoldsdorf, als zu einem der Wiener Testzentren ist", so die Frau gegenüber "Heute".
Nach der Terminbestätigung von oesterreich-testet.at war es am 11. Dezember soweit: "Ich bin gleich in der Früh hingefahren und habe die Adresse gesucht, die Roseggergasse 2-4, das Bundesgymnasium Perchtoldsdorf. Gewundert habe ich mich schon, als nirgendwo der Corona-Test angeschrieben war. Auf Rückfrage bei der Portierin bekam ich die Antwort, dass der Test schon letztes Wochenende gewesen sei und ich doch bei der Gemeinde nachfragen solle. Auch sie konnte es kaum glauben, da ich ja einen Ausdruck hatte, wo ich zu dieser Zeit bei Ihnen hin bestellt war", zeigt sich die Betroffene verärgert.
Auf Rückfrage am Gemeindeamt erhielt sie die gleiche Aussage: "Die Tests waren letztes Wochenende für Lehrer und Polizei und so weiter und dieses Wochenende für die Perchtoldsdorfer Bevölkerung, das heißt ohnehin nicht für Wiener, wie mich. Sie könne sich das auch nicht erklären und denke, dass es sich da um einen Software-Fehler handeln müsse."
Perchtoldsdorf Bürgermeister Martin Schuster (VP) bedauert den Zwischenfall, sagt aber: "Hier kann leider weder die Gemeinde noch das Land etwas dafür."
Auf Nachfrage beim Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SP) heißt es, dass man auf mögliche Probleme bei der bundesweiten Anmeldung bereits hingewiesen habe. Offenbar dürfte die Betroffene bei der Anmeldung auf der Bundesplattform zu den Lehrer-Massentests gerutscht sein. Offen ist aber noch die Frage, warum der Frau ein Coronatest-Termin für den 11. Dezember gebucht und bestätigt worden war. An diesem Tag fanden nämlich gar keine Tests für Pädagogen statt, auch die Frau selbst ist auch keine Lehrerin.
"So kann man auch Bürger, die eigentlich willig wären, sich testen zu lassen, abschrecken. Denn noch einmal fahre ich sicher nicht zu einem der Testzentren, noch dazu, wo diese für Menschen, die im Süden Wiens wohnen, doch recht schlecht zu erreichen sind", seufzt die Betroffene.
Auf "Heute"-Anfrage beim Gesundheitsministerium heißt es, dass man den Fall prüfen werde. Aber richtig aufklären ließ sich die Sache auch am Montag noch nicht. Man habe den Fall an das Bundesrechenzentrum weitergeleitet, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Es könne sich jedenfalls nur um einen Einzelfall handeln.