Corona-Testergebnisse als PDF hatten keinen Fake-Schutz

Bis vor Kurzem konnte man sich ganz einfach einen negativen Test faken.
Bis vor Kurzem konnte man sich ganz einfach einen negativen Test faken.Picturedesk
Weil auf den Schreibschutz vergessen wurde, konnte man Corona-Testergebnisse bis zum Wochenende beliebig bearbeiten. Nun geht das aber nicht mehr.

Ab Montag müssen Kunden beim Friseur oder Masseur ein negatives Testergebnis vorweisen. Ein solches war bis zum Wochenende leicht zu bekommen. Grund: eine Sicherheitspanne im Gesundheitsministerium. Dieses verschickt das behördliche Ergebnisprotokoll des Schnelltests als PDF.

Dabei wurde aber offensichtlich vergessen, einen Schreibschutz einzubauen, wie ein Leser der "Oberösterreichischen Nachrichten" herausfand. Heißt: So gut wie alle Inhalte dieses Dokuments ließen sich beliebig ändern – etwa auch ein positives auf ein negatives Testergebnis. Nur das Logo des Ministeriums war gesperrt.

Panne bestätigt

Ein Ressortsprecher bestätigte die Sicherheitslücke. Warum kein Schreibschutz vorhanden war? "Bis jetzt hat es keine Fälschungsgründe für so ein Dokument gegeben." Jetzt offenbar schon. Ein "zusätzlicher Sicherheitsaspekt" wurde am Wochenende eingebaut.

Übrigens: Auf die "Fälschung eines Beweismittels" (§293 Strafgesetzbuch) steht bis zu ein Jahr Haft oder eine Geldstrafe von bis zu 720 Tagsätzen. Das Gleiche gilt, wenn man Daten vorsätzlich verfälscht, um sie als Beweis zu verwenden (§225a).

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