Deswegen sind Corona und Grippe nicht vergleichbar

Das Coronavirus wird gerne anhand von den Todesfällen mit der Grippe verglichen. Ein Vergleich zwischen den beiden Erkrankungen ist jedoch eigentlich gar nicht sinnvoll.
Das Coronavirus wird gerne anhand von den Todesfällen mit der Grippe verglichen. Ein Vergleich zwischen den beiden Erkrankungen ist jedoch eigentlich gar nicht sinnvoll.
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Warum die Anzahl der Corona-Toten nicht mit jenen der Grippe-Toten vergleichbar ist, zeigt ein Faktencheck des Magazin Correctiv.

Das Coronavirus und die Grippe werden gerne miteinander verglichen. Ein Faktencheck kann Abhilfe gegen Mythen-Bildung schaffen. Zahlen sagen immerhin mehr als Tausend Worte.

Ein direkter Vergleich kann überhaupt nicht stattfinden oder auf ein sinnvolles Resultat abzielen, weil unterschiedlich gemessen wird. Zu diesem Ergebnis kommt das Magazin Correctiv – Recherchen für die Gesellschaft. Es führte einen Faktencheck durch, nachdem ein Posting auf Facebook erschien, in dem die Grippewelle von 2017/2018 und die Coronavirus-Pandemie verglichen wurden.

Laut des Robert Koch-Instituts ist jeder Mensch, der mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Verbindung gebracht wird, ein Corona-Todesfall. Dazu zählen Menschen, die direkt an der Erkrankung verstarben genauso wie jene, die Vorerkrankungen hatten und die Kombination mit dem Erreger ungünstig verlief. Todesfälle der Grippe werden hingegen geschätzt.

Konkret bedeutet das, wie das RKI auf seiner Webseite erklärt: "Dieser Ansatz wird gewählt, weil bei weitem nicht alle mit Influenza in Zusammenhang stehenden Todesfälle als solche erkannt oder gar labordiagnostisch bestätigt werden. Die Zahl der mit Influenza in Zusammenhang stehenden Todesfälle wird – vereinfacht dargestellt – als die Differenz berechnet, die sich ergibt, wenn von der Zahl aller Todesfälle, die während der Influenzawelle auftreten, die Todesfallzahl abgezogen wird, die (aus historischen Daten berechnet) aufgetreten wäre, wenn es in dieser Zeit keine Influenzawelle gegeben hätte."

So viele Menschen starben jeweils in drei Monaten

In der Saison 2017/2018 erlebten wir die schlimmste Grippewelle seit drei Jahrzehnten. In Deutschland sind laut RKI innerhalb von drei Monaten 25.100 Menschen durch die Grippe gestorben. Innerhalb der ersten drei Monate (von Januar bis März 2020) wurden dort lautCorrectiv 5.913 Coronavirus-Tote gemeldet.

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