WHO sieht "unwirksame Showmaßnahmen" in Tirol

Bundesheer im Corona-Hilfseinsatz
Bundesheer im Corona-HilfseinsatzAPA/Picturedesk
Im Spar-Zentrallager Wörgl operiert seit dem Bekanntwerden eines Corona-Ausbruchs das Bundesheer. Die WHO übt Kritik an den Maßnahmen.

"Wir haben in unserem Lager in Wörgl 230 Mitarbeitende, 19 davon sind erkrankt in einem abgegrenzten Teilbereich des Lagers.", heißt es vom Spar-Konzern auf Twitter. Laut Tiroler Landesregierung wurden 27 Personen positiv getestet. Das Bundesheer hat 40 Soldaten in das Lager entsandt. Diese sollen dort bis 8. September die Arbeit übernehmen.

"Somaliacluster" soll Schuld sein

170 Personen, die persönlich oder beruflich mit den positiv getesteten Personen in Kontakt standen, seien isoliert worden, vermeldete Elmar Rizzoli vom Corona-Einsatzstab des Landes Tirol in einer Aussendung. Er hat bereits eine Vermutung, wie das Virus zum Spar kam: Man macht ein Innsbrucker Cluster, das von den Tiroler Behörden den Namen „Somaliacluster“ umgehängt bekam, verantwortlich: "Die behördlichen Erhebungen hinsichtlich der Quellensuche haben ergeben, dass ein Zusammenhang dieses Clusters zum Somaliacluster in Innsbruck als wahrscheinlich gilt. Darüber hinaus stehen Erkrankungen dieses Clusters den bisherigen Erhebungen zufolge auch mit ReiserückkehrerInnen in Verbindung", heißt es im Wortlaut in der Aussendung. Der Tiroler Krisenstab führt kürzlich aufgetretene Cluster in Innsbrucker Asylquartieren auf die "Community aus Somalia" zurück.

Die "chinesische Methode"

Noch bevor die Soldaten ihren Einsatz aufgenommen haben, schickte man die ABC-Abwehrkompanie zur Flächendesinfektion. Das Versprühen von Desinfektionsmittel ist Teil der "chinesischen Methode" der Virusbekämpfung: Schon im Jänner versprühte China in ganz Wuhan Desinfektionsmittel. Mittlerweile weiß man aber, dass es sich dabei um Symbolpolitik handelt.

"Showmaßnahmen" in Wörgl

Seit Mai rät die WHO immer wieder vom Versprühen von Desinfektionsmittel ab. Es gebe keinerlei wissenschaftliche Grundlage für diese Maßnahme. Mittlerweile ist die WHO noch schärfer: Das Sprayen würde sogar ein Gesundheitsrisiko für Menschen mit Atemwegserkrankungen darstellen. Für Wildtiere stellen die Spraymaßnahmen jedenfalls ein Risiko dar. Inzwischen wurden mindestens 135 vergiftete Wildtiere in China gemeldet.

Die "Showmaßnahme" in Wörgl ordnete nicht der Spar-Konzern an. Diese sei "behördlich angeordnet" worden, "die Spezialisten des Bundesheeres können das", so Spar.

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