Coronavirus: Djokovic löst Staatskrise in Kroatien aus

Novak Djokovic
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Erst wurde gelacht, getanzt und gefeiert. Jetzt geht die Angst vor dem Coronavirus um. Tennis-Ikone Novak Djokovic löst in Kroatien eine Krise aus.

Der Weltranglisten-Erste wollte mit der Adria-Tour den Tennis-Fans ein Geschenk machen. In Belgrad und Zadar schlugen bei seinem Einladungs-Turnier die besten Spieler der Welt auf, darunter auch Österreichs Nummer eins Dominic Thiem. Die Einhaltung der Corona-Regeln war kein Thema. Die Tribünen waren gut gefüllt, auf Schutzmasken und Mindestabstände wurde verzichtet. Die Tennis-Stars badeten in der Menge, spielten Basketball und Fußball, tanzten in der Disco.

Jetzt das böse Erwachen: Die beiden Teilnehmer Grigor Dimitrov (Bulgarien) und Borna Coric (Kroatien) wurden positiv auf Covid-19 getestet. Auch der Trainer von Dimitrov und der Fitness-Coach von Djokovic sind erkrankt. Mit Viktor Troicki machte ein weiterer Turnier-Teilnehmer seine Infektion öffentlich. Doch nicht nur unter den Sportlern geht das Virus um, auch die Politik ist betroffen.

Zum Beispiel Branko Dukic, der Bürgermeister von Zadar. Oder sein Politik-Kollege Bozidar Longin, Präfekt der Provinz. Beide haben Borna Coric die Hand geschüttelt und sind nun ebenfalls infiziert. Sie wurden inzwischen in Quarantäne versetzt. Auch Kroatiens Ministerpräsident Andrej Plenkovic musste sich nach einem Gespräch mit Djokovic, dessen Coach Goran Ivanisevic und Marin Cilic testen lassen. Und wie das bei Politikern so ist: Sie schütteln jeden Tag vielen Menschen die Hände. Wie viele Menschen haben sich beim Turnier weiter angesteckt? Über 100 Menschen wurde Selbstisolation verordnet, darunter Kindern, die in der letzten Woche mit Novak Djokovic in Kroatien auf dem Platz gestanden waren.

Kroatien galt bisher als Musterschüler in der Corona-Krise. Frühe und harte Maßnahmen führten zu einer geringen Infektionszahl der Bevölkerung. Nun wurden innerhalb eines Tages 19 neue Corona-Fälle gemeldet, so viele wie zuletzt Ende April.

Dominic Thiem ließ sich in den letzten sieben Tagen drei Mal testen, jedes Mal mit negativem Ergebnis. Er befindet sich nicht in Selbstisolation. Im Gegensatz zum Beispiel zu Alex Zverev. Der Deutsche wurde ebenso wie Thiem zuletzt negativ auf das Coronavirus getestet, will trotzdem den Kontakt zu Menschen vermeiden. Marin Cilic und Andrej Rublev äußerten sich ähnlich. Thiem dagegen reist nach Nizza, um am kommenden Wochenende beim "Ultimate Tennis Showdown" aufzuschlagen.

Wie reagiert Turnier-Organisator Djokovic? Zunächst betonte der Serbe, dass man sich an alle staatlich vorgegebenen Corona-Regeln gehalten habe, auch wenn Bilder und Videos das Gegenteil zeigen. Derzeit befindet er sich in Belgrad und schweigt zu den Vorwürfen in Zusammenhang mit dem Turnier. Einen Corona-Test habe er zunächst abgelehnt. Begründung: Er spüre keine Symptome. Später soll er einem Test zugestimmt haben, jetzt soll er aber wieder dagegen sein. 

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