Gesundheit

Coronavirus: Gründe für Mutation beunruhigen Forscher

Was Forscher über den Ursprung und die Entwicklung der neuen Mutation vermuten, bereitet ihnen Sorgen. 
Gudrun Angerer
24.12.2020, 06:53

Es scheint wie ein Rennen gegen die Zeit zu sein. Gerade erst sind die ersten Impfstoffe gegen das Coronavirus auf den Markt gekommen, nun bereitet die erste "ernstzunehmende" Mutation der Wissenschaft Sorgen. Nicht so sehr, was die Wirksamkeit betrifft, wohl aber die potenzielle Verbreitungsgeschwindigkeit und die Tatsache, dass auch viele Kinder infiziert wurden. 

Mutationen sind bei einem Virus nichts Ungewöhnliches. Forscher haben beim Coronavirus bereits fast 13.000 veränderte Varianten feststellen können. So wie unser Immunsystem unterschiedliche Verteidigungstaktiken austestet, testet ein Virus verschiedene Angriffstaktiken. Doch bei der neusten in Großbritannien erstmals dokumentierten Mutation scheint etwas anders zu sein, als bei den bisherigen. Forscher sind deswegen verunsichert. 

Ist die Coronavirus-Mutation ansteckender als das ursprüngliche Virus? 

Experten sind sich einig, dass es es unterschiedliche Szenarien der Entwicklung der Mutation gibt. Was sie so beängstigend macht, ist die derzeit noch nicht widerlegte Einschätzung der Virologen, sie verbreite sich schneller, sei also auch ansteckender als die bisherigen Mutationen, so schreibt die New York Times. Deswegen liegt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei um eine dominante Mutation handelt, die in Folge die Ursprungsvariante verdrängen könnte. Die gesundheitlichen Folgen seien jedoch nicht schlimmer als bei vorherigen Varianten. Mögliche Faktoren wie Medikamenteneinnahme und längeres Fortbestehen beim Wirt können sich ihr Forschern zufolge von Vorteil erwiesen haben. Die Mutation wurde Anfang Dezember 2020 entdeckt, als es sich vermehrt in Blut- und Speichelproben in Südengland auftauchte. Diese Proben stammen von infizierten Patienten und die ältesten davon sind aus dem September. 

Die Regierungen haben entsprechend schnell reagiert, so dass der britische Premierminister Boris Johnson einen härteren Lockdown über Weihnachten anordnete und Länder wie Österreich, Deutschland und die Niederlande Einreisen aus dem Vereinigten Königreich untersagten.

Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen