Hunderte infizieren sich mit unberechenbarer Mutation

In Dänemark wurde eine mutierte Form des Coronavirus gefunden, die als besonders gefährlich gilt, weil sie die Wirksamkeit künftiger Impfstoffe beeinträchtigen könnte. Die dortige Regierung ordnete deshalb eine Keulung aller Nerze im Land an
In Dänemark wurde eine mutierte Form des Coronavirus gefunden, die als besonders gefährlich gilt, weil sie die Wirksamkeit künftiger Impfstoffe beeinträchtigen könnte. Die dortige Regierung ordnete deshalb eine Keulung aller Nerze im Land anistock
Im Herzen von Europa wurde eine neue Corona-Variante entdeckt. Das Cluster-5-Virus soll sich ausgehend von der Nerzzucht in Dänemark verbreitet haben. 

In Europa haben sich hunderte von Menschen mit einer Mutation des Coronavirus infiziert. Die neue Variante tauchte erstmals in Dänemark auf. Die neuartige Coronavirus-Mutation hört auf den Namen Cluster-5-Virus. Bisher gibt es 214 bestätigte Fälle im Land. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, vollzog die dänische Regierung extreme Maßnahmen, die ethischen Erklärungsversuchen widersprechen, und die sie im Nachhinein in einem Statement aus dem Ministerium selbst kritisch beleuchtet.

Wie die pharmazeutische Zeitung berichtet, soll das Virus ursprünglich bei Nerzen aufgetreten sein. Die Coronavirus-Mutation konnte in mehreren Nerzzuchtbetrieben nachgewiesen werden. Entgegen der Bemühungen des Tierschutzes, gibt es in Dänemark nach wie vor besonders viele Nerzfarmen. Daraufhin wurde von der Regierung als Sicherheitsmaße die Tötung von 15 bis 17 Millionen Nerzen verordnet, um die Corona-Pandemie punktuell einzudämmen. Diese wurde mittlerweile auch vollzogen. Die Fortsetzung der Nerzzucht würde ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen, so argumentierte man damals, da Forscher vermuteten, dass die zurzeit entwickelten Impfstoffe nicht effektiv gegen die neue Coronavirus-Mutation sein könnten.

Mutation in Nerzen "nicht unbedingt besorgniserregend"

Wie sich später jedoch herausstellen sollte, könnte die Regierung dabei voreilig (und rechtswidrig) vorgegangen sein. In Wissenschaftskreisen ist momentan noch wenig über die Mutation bekannt. Sie sei jedoch "nicht zwingend besorgniserregend", sagte Andreas Bergthaler vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) in Wien am Dienstag zur APA. Worauf die dänischen Behörden ihre drastische Entscheidung gründen, sei schwer einzuschätzen. "Die Maßnahmen, die dort getroffen wurden, sind offensichtlich radikal. Für die internationale Forschungsgemeinschaft ist bisher nicht klar, aufgrund welcher Entscheidungsgrundlage das passiert", sagte der Wissenschaftler.

Die Regierung des Landes bekennt sich nun selbst dazu möglicherweise einen Fehler begangen zu haben. "Wir haben einen Fehler begangen. Es gibt keine gesetzliche Befugnis, um Nerzzüchter außerhalb der 7,8-Kilometer-Zonen zu bitten, ihre Nerze zu schlachten", sagte der wegen der "Panne" zurückgetretenen Lebensmittelminister Mogens Jensen am Dienstag dem Sender TV2. 

Auch in anderen europäischen Ländern, wie den Niederlanden, Schweden und Italien, konnte das Coronavirus bei Nerzen nachgewiesen werden, zuletzt auf einer französischen Nerzfarm. Wie französische Ministerien mitteilten, wurde die Keulung aller 1.000 Nerze angeordnet. Produkte, die aus den Fellen der Tiere hergestellt wurden, müssen entsorgt werden. 

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