Welt

Costa Concordia: Schettino bleibt auf freiem Fuß

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:08

Zu einer langen Gefängnisstrafe ist Mittwochabend der Kapitän der im Jänner 2012 verunglückten Costa Concordia verurteilt worden. Francesco Schettino muss 16 Jahre ins Gefängnis. Bei dem Unglück waren 32 Menschen ums Leben gekommen. Der Kapitän beruft gegen das Urteil, das heißt, er bleibt weiter auf freiem Fuß.

Zu einer langen Gefängnisstrafe ist Mittwochabend der Kapitän verurteilt worden. Francesco Schettino muss 16 Jahre ins Gefängnis. Bei dem Unglück waren 32 Menschen ums Leben gekommen. Der Kapitän beruft gegen das Urteil, das heißt, er bleibt weiter auf freiem Fuß.

Am Vormittag kam vor dem Gericht im toskanischen Grosseto noch die Verteidigung zu Wort, danach zogen sich die drei Richter zu Beratung zurück. Am Abend wurde das Urteil schließlich gesprochen. Schettino selbst war wegen Grippe und Fieber nicht anwesend.

Aus Sicht der Anklage hätte Schettino mit einer sofortigen Evakuierung alle 4200 Menschen an Bord retten können. "Schettino hat falsche Entscheidungen getroffen", sagte Ankläger Alessandro Leopizzi. Der Kapitän stehe zu Recht im Zentrum der Anklage.

5 Jahre Berufsverbot

Neben der 16-jährigen Haftstrafe wurde er auch zu einem fünfjährigen Berufsverbot verurteilt. Der Kapitän der Costa Concordia wird außerdem lebenslang von allen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen.

Sein Anwalt Domenico Pepe wollte das Urteil nicht annehmen und kündigte Berufung an. "Die Strafe ist hart. Die Tatsache, dass wir die übertriebene Haftforderung der Staatsanwaltschaft um fast die Hälfte reduzieren konnten, gibt Schettino jedoch ein wenig seiner Würde zurück. Der Kapitän ist kein Verbrecher. Die Havarie der Costa Concordia war ein Unfall". Somit ist das Urteil nicht rechtskräftig - Schettino bleibt auf freiem Fuß.

Schadensersatz wird gezahlt

Schettino wurde außerdem zur Zahlung von Entschädigungen an mehreren Nebenklägern verurteilt. Zu ihnen zählen überlebende Passagiere, Familienangehörige der Todesopfer, die Region Toskana, das italienische Umweltministerium und die Insel Giglio.

Eine Entschädigung in Höhe von 30.000 Euro erhielt auch die Ex-Geliebte des Kapitäns, Domnica Tschemortan. Diese hatte berichtet, einen doppelten Schaden als Passagierin und wegen des "Medienangriffes" aufgrund ihrer Beziehung zum Kapitän erlitten zu haben. Sie hatte deswegen eine Entschädigung von 200.000 Euro verlangt. Die Tänzerin hatte sich zum Zeitpunkt des Unglücks mit Schettino auf der Kommandobrücke des Schiffes aufgehalten.

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