Wegen Schlepperei ist am Montag ein pakistanischer Staatsbürger (40) zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hatte im August 2015 einen Transporter mit 36 Flüchtlingen von Ungarn nach Deutschland gelenkt und verunglückte auf der Westautobahn bei Amstetten.
Der Richter sprach im Prozess von einem skrupellosen Vorgehen des 40-Jährigen, der mit 140 Stundenkilometer unterwegs war, obwohl 36 Flüchtlinge im fensterlosen Kastenwagen eingepfercht waren.
Wegen eines Reifenplatzers war der von einem Begleitfahrzeug eskortierte Kleinlastwagen mit spanischem Kennzeichen in der Nacht auf den 21. August 2015 gegen eine Betonmittelwand auf der Westautobahn bei Amstetten geschleudert und umgekippt. Einige der Flüchtlinge aus dem Irak, Pakistan und dem Iran fielen auf die Fahrbahn.
24 Insassen wurden verletzt, zwölf davon schwer. "Es grenzt an ein Wunder, dass dabei niemand gestorben ist," sagte der Staatsanwalt.
Flüchtlinge hatten den im Fahrzeug eingeklemmten Lenker befreit, der daraufhin das Weite suchte. Der 40-Jährige wurde nach monatelangen Ermittlungen in Spanien gefasst und im Oktober 2016 nach Österreich ausgeliefert.
Richterspruch: Vier Jahre Haft für den Schlepper, nicht rechtskräftig – die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, die Verteidigung erbat sich Bedenkzeit.