Crysis 2, Grafikwunderwerk und Edel-Shooter der deutschen Erfolgsschmiede Crytec steht ab heute weltweit in den Läden. Wird das Spiel seinem Hype gerecht? Rekord-Vorbestellungen und eine millionenschwere Marketingkampagne von Publisher EA scheinen zumindest ein Indiz dafür zu sein.
Ein neues Crysis, eine neue Alien-Invasion. Doch diesmal urlauben die Schleimbolzen nicht auf einer karibischen Insel, sondern planen einen Städtetrip nach New York. Als Sie in der Rolle des Protagonisten Alcatraz dort eintreffen, liegt die Millionenmetropole bereits in Schutt und Asche.
Aber Crysis 2 wäre ein schlechter Shooter, würden Sie es nicht im Alleingang mit der ganzen Brut auf sich nehmen. Allein? Nicht ganz – auch in Crysis 2 steht Ihnen der Nano-Suit zur Verfügung, der Ihre Muskelkraft um ein Vielfaches zu verstärken mag. So legen Sie wahlweise atemberaubende Sprint- und Rutscheinlagen durch die verwüsteten Straßenschluchten aufs Parket, oder lenken die Engergie gezielt in die Panzerung des High-Tech-Anzugs, um im Kugelhagel besser geschützt zu sein.
Klarerweise können Sie damit auch Autos herumkicken als wären es Spielbälle, und haushohe Alien-Kampfroboter mit Waffen beharken, die zu stemmen selbst Arnold Schwarzenegger an seine Grenzen treiben würde.
Wer bei der Paarung "Crysis“ und "New York“ nun an ein Spiderman-gleiches Open-World Szenario denkt, in dem sich die Großstadt nach Belieben erkunden lässt, der liegt leider falsch. Crysis 2 spielt sich deutlich linearer als sein Vorgänger. Sie müssen zwar keine Schlauchlevels wie in Modern Warfare 2 in Kauf nehmen, aber die Handlung führt sie zielstrebig und ohne Umschweife durch die gut 12 Stunden umfassende Solo-Kampagne.
Ist diese absolviert, punktet Crysis 2 auch mit einem Multiplayer-Modus, der vorab als Demo veröffentlicht wurde, um die Spielergemeinde auf die Hammer-Grafik der CryEngine 3 und das Gameplay des Nano-Suits einzuschwören.
Alles in allem liefert Crytec einen soliden Ego-Shooter mit interessantem Gameplay und relativ frischem Setting, der das Zeug hat die Genrekrone einige Zeit für sich zu beanspruchen.