Der mutmaßliche CSD-Attentäter Abdul B. wurde laut einem Medienbericht von den Behörden vor dem Anschlag am Samstag zuletzt als "Hochrisikoperson" eingestuft. Wie Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" zeigen, geht diese Einschätzung auf die Bewertung durch ein Analysetool des deutschen Bundeskriminalamts zurück. Außerdem sei er von einer Kamera überwacht worden.
Diese Kamera war laut dem Bericht vom Berliner Landeskriminalamt so angebracht, dass sie den Hauseingang der Wohnung von Abdul B. im Blick hatte. Am Samstagabend habe die Kamera um 20.58 Uhr aufgezeichnet, wie er das Haus verließ. Rund eine Stunde später raste Abdul B. laut den Ermittlungen mit einem Transporter am Rande des Christopher Street Day in eine Menschengruppe im Berliner Tiergarten.
Bei dem Anschlag kam eine Frau aus Polen ums Leben, 29 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Abdul B. wurde am Sonntag bei einem Polizeieinsatz erschossen. Er war mehrfach vorbestraft und hatte 2025 versucht, sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat anzuschließen.