Österreich

CSI Hallstatt: Frauen rackerten unter Tage

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:50

Heute wird dafür gekämpft, vor 2500 Jahren war sie bereits Realität: die Gleichberechtigung am Arbeitsplatz. Wie heimische Forscher nun mit CSI-Methoden herausfanden, schufteten im Hallstatt der Eisenzeit auch Frauen in den Salzbergwerken. Sogar Reste der schweren Arbeitskost konnten gefunden werden.

Die Archäologin Doris Pany hat sich die Skelette und Knochenabnutzungen aus dem Gräberfeld Hallstatt genau angesehen und machte eine spannende Entdeckung: Während Männer vor allem für den Abbau des begehrten Salzes zuständig waren, sorgten die Frauen für den Abtransport.

Offensichtlich waren beide Geschlechter arbeitsteilig tätig, erklärt Pany. Die Tradition lebte noch Jahrhunderte fort. Bis ins 19. Jahrhundert schleppten so genannte Salztrageweiber das Handelsgut vom Hochtal in den Ort.

Die Arbeitsbedingungen der Eisenzeit wären heute unvorstellbar: Die Salzbrocken wogen mehr als 100 Kilogramm und wurden wahrscheinlich mit Lederriemen und Hölzern auf den Rücken gebunden. Auch Kinderarbeit war an der Tagesordnung, Forscher fanden Schuhe aus gegerbter Tierhaut in den Größen 31!

Anhand 2500 Jahre alten Exkrementen konnte sogar geklärt werden, wie man sich unter Tage ernährte: Ein Eintopf aus Gerste und Hirse war die tägliche Kost.

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